Studenten jetten gefühlsmäßig ständig in der Weltgeschichte herum: Auslandspraktikum in Lissabon, Studieren an der Sorbonne in Paris, Sprachkurs in Madrid zur Vertiefung der Spanisch-Kenntnisse. Ganz schön fies, würden wir sagen, wenn wir nicht wüssten, dass auch Auszubildende im Handwerk ihre Prise Fernweh samt geballtem Fachwissen und Sprachpraxis ordentlich abbekommen – wenn Sie Lust darauf haben. Einer, der dem American Dream mit der Joachim Herz Stiftung einen Schritt näher gekommen ist und ein Auslandspraktikum für Auszubildende absolviert hat, ist Kilian Zimmermann. Begeisterungsfaktor: Unbeschreiblich hoch!

Auslandspraktikum für Auszubildende: Tanzende Menschen im Zug und Bären im Nationalpark

Der frischgebackene Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik hat in diesem Jahr, noch während seiner Ausbildung, ein Auslandspraktikum in Atlanta in den USA bei Coca Cola gemacht. Tanzende Leute in Zügen, sechsspurige Autobahnen und echte Bären im Great-Smoky-Mountains-Nationalpark – der 20-Jährige hat eine Menge verrückter Dinge erlebt und sein Schulenglisch, dank drei Monaten Atlanta, mit einem smarten Südstaaten-Slang aufgepeppt (auch wenn die New Yorker den Dialekt laut Kilian belächeln). „Das Auslandspraktikum war eine coole Sache“, erzählt Kilian. „Wahrscheinlich das Coolste, was ich bisher in meinem Leben gemacht habe.“

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Kollegen unter sich…

Genau deshalb würde er jedem Azubi, dazu raten, sich bei der Joachim Herz Stiftung zu bewerben. Zum Zeitpunkt des Auslandspraktikums musst du volljährig sein, über Englischkenntnisse verfügen und eine Ausbildung in einem Betrieb in Bayern machen oder eine Berufsschule in Bayern besuchen. Natürlich musste Kilian zuerst mit seinem Chef reden und die Hürde der Bewerbung nehmen – inklusive Motivationsschreiben und Empfehlungsschreiben von seinem Ausbildungsbetrieb. Von 100 Bewerbern wurden letztes Jahr 24 ausgewählt. „Ich habe mich total gefreut und würde den Schritt jederzeit wieder machen“, sagt Kilian. „Auch wenn das Online-Verfahren für den Visa-Antrag ein ziemlicher Act war.“

Glückstreffer: Arbeiten bei Coca Cola und Freundschaft mit der Gastfamilie

Peanuts, verglichen mit dem, was Kilian alles in Atlanta bei seiner Gastfamilie und in seinem Praktikumsbetrieb erlebt hat: „Mit beidem habe ich einen absoluten Glückstreffer gelandet. Angeblich kommt man bei Coca Cola nur schwer als Praktikant ins Unternehmen rein und meine Gasteltern sind Freunde für mich geworden“, erzählt Kilian begeistert. Sein Gast-Dad Brandon, der als Produktdesigner bei dem Softdrink-Hersteller arbeitet, ließ es sich nicht nehmen, seinen Kurzzeit-Sohn, einen angehenden Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik, in „seine“ Firma einzuführen. „Wir sind jeden Tag zusammen in den Betrieb und zurück gefahren und haben auch in unserer Freizeit, gemeinsam mit meiner Host-Mum, wahnsinnig viel unternommen“, schwärmt Kilian. Baden am Strand, Wandern in den Bergen, Autorennen – Kilians Gasteltern haben sich nicht lumpen lassen und auch öfter mal für die anderen deutschen Azubis vor Ort groß aufgekocht.

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Dem American Dream ein Stück näher: Kilian (rechts) mit seinem Mitbewohner und Gastvater Brandon.
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Voll im Einsatz!
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Kilian mit Gastvater Brandon.

Auch in der Firma war Kilian vom ersten Tag an total akzeptiert: „Meine Kollegen haben mich sofort mit Small Talk zugeschüttet und mich postwendend in laufende Projekte eingebunden. Ich hatte gar keine Wahl als gleich mit anzupacken.“ Der Sprung ins kalte Wasser hat Kilian in allen Hinsichten weitergebracht – fachlich und persönlich. Beispielsweise durfte er Material einkaufen, Planen, Testen und ein offenes Kühlwassersystem mit entwickeln. „Das Praktikum war extrem vielseitig. Obwohl das Unternehmen so riesig ist, ist der Kontakt zu Vorgesetzten recht offen und ich durfte weit mehr machen, als nur Rohre zu verlegen. Du machst sogar jeden Tag etwas anderes, weil es tatsächlich Supervisors gibt, die allein dafür da sind, Leute zu managen und bestmöglich einzusetzen“, erzählt Kilian, immer noch ganz baff von seinen Erfahrungen in den USA. Neben technischen Fachbegriffen auf Englisch, den Parallelen und Unterschieden in seinem Berufsfeld und dem Arbeitsalltag in einem Mega-Unternehmen wie Coca Cola hat er aber noch mehr gelernt: „Ich bin viel selbstbewusster geworden, habe gelernt, offen auf andere Leute zuzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Einfach in meine Fähigkeiten zu Vertrauen und anzupacken.“

Lust auf ein Auslandspraktikum für Auszubildende? Dann schnell bewerben!

Du machst eine Ausbildung und hast Lust auf ein Auslandspraktikum bekommen? Dann bewirb dich noch bis zum 31. August 2015 für ein Auslandspraktikum bei der Joachim Herz Stiftung. Nächstes Jahr im März darfst du dann, wenn du zu den glücklichen Auserwählten gehörst, für drei Monate deine Koffer packen und im Südosten der USA ein Betriebspraktikum in deiner Fachrichtung absolvieren. Du wirst verblüfft über die Ähnlichkeiten und Unterschiede in einem amerikanischen Betrieb sein. Weitere Informationen findest du hier.

Fotos: Kilian Zimmermann / privat