Frühling! Die Sonne kommt raus, es wird endlich wärmer, also ab ins Freie! Zum Beispiel an die Seen in Bayern – es gibt ja genug, den Starnberger See, den Chiemsee, den Ammersee und noch viele andere – jetzt ist auch die Zeit, in der viele Bootsbesitzer ihre Boote wieder fit machen.Wohin aber mit dem Boot, falls etwas repariert oder erneuert werden muss? Kann ich dann, wie mit meinem Auto in eine Werkstatt fahren?

Ja, das geht tatsächlich, denn für solche Fälle gibt es den Beruf des Bootsbauers. Dieser Beruf hat eine lange Tradition, denn Menschen benutzen schon seit Jahrhunderten Boote, um über das Wasser zu gelangen. Bootsbauer gibt es hauptsächlich an und um Seen, Flüssen und Meeren.

130 Jahr Bootsbau – die Bootswerft Rambeck am Starnberger See

Ich bin Martina, Verbundstudentin bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern und habe mich mit einem Bootsbauer am Starnberger See, Anton Dreher, unterhalten. Dieser leitet die Firma Rambeck Bootsvertrieb und Yachthafen GmbH und hat mir ein paar Fragen beantwortet.

Warum ist der Beruf des Bootsbauers so besonders?

Für ihn ist das Besondere an dem Beruf des Bootsbauers die Vielseitigkeit und die unterschiedlichen Aufgaben, wie zum Beispiel schleifen, lackieren oder technische Anlagen einbauen,  die jeden Tag spannend und abwechslungsreich machen. Als Auszubildender lernst du den Umgang mit unterschiedlichsten Materialien, natürlichen Werkstoffen, zum Beispiel Holz oder Metall, aber auch modernen Werkstoffen, wie  High-Tech-Verbundstoffe. Besonders spannend an diesem Beruf, erzählt mir Herr Dreher, ist der Umgang mit Kunden, da diese sehr verschieden sind und sehr unterschiedliche Wünsche haben.

Die Ausbildung zum Bootsbauer

Doch was machen eigentlich Azubis während der Ausbildung zum Bootsbauer? Die Firma Rambeck hat aktuell drei Auszubildende und lässt diese an allen Aufgaben, die in der Bootswerft anfallen, aktiv teilhaben. Aber auch ein eigenes Projekt dürfen die Azubis mit ihrem Meister bewältigen: ein Holzboot von Beginn bis Ende selbst bauen.

Doch eine Frage ist mir während den ganzen Recherchen zu diesem Beruf unter dem Nagel gebrannt: Was macht eigentlich ein Bootsbauer im Winter? Hat er denn überhaupt etwas zu tun?

Meine Theorie hat jedoch gar nicht gestimmt, denn ein Bootsbauer hat im Winter sehr viel zu tun. In der kalten Jahreszeit, wenn niemand segeln gehen will, kommen die Boote nämlich zur Wartung und Reparatur in die Werkstatt und werden für die neue Sommersaison zurecht gemacht.

Und was solltest du alles mitbringen, wenn du den Beruf des Bootsbauers erlernen möchtest? Ganz klar sollte sich die Person für Boote und Schiffe interessieren, eine Leidenschaft für das Wasser haben und natürlich ist auch Kraft und Geschick gefragt. Jedoch musst du für diesen Beruf nicht zwingend männlich sein, auch Frauen sind willkommene Lehrlinge und können als Bootsbauerin richtig mit anpacken.

Auch nach der Ausbildung können sich Boots-Verrückte stetig weiter entwickeln, zum Beispiel mit dem Meistertitel oder einem Studium für Schiffsbau und maritime Technik.

Bist du neugierig geworden und möchtest mehr über den Ausbildungsberuf des Bootsbauers erfahren? Dann klick doch einfach mal hier vorbei und informiere dich genauer.

Fotos: © Handwerkskammer München, argum