Maximilian liebt historische Fahrzeuge. Für den angehenden Fahrzeuglackierer gibt es nichts Besseres als „verrostete Karren“ mit handwerklichem Können wie neu aussehen zu lassen. Mit dem Quali in der Tasche stand für ihn fest: „Ich will mein Hobby zum Beruf machen.“

Sein Praktikum bei der Firma Jensen Classics in Grassau im Landkreis Traunstein war für den 19-Jährigen ein Glücksgriff. Die Firma widmet sich der Restauration klassischer Automobile. Der Fahrzeuglackierer-Lehrling im dritten Lehrjahr schwärmt: „Bei der Firma Jensen habe ich das Gesamtpaket: Eingeschrieben bin ich für den Beruf des Fahrzeuglackierers, aber in meinem Ausbildungsbetrieb bekomme ich jeden einzelnen Schritt mit – vom rostigen Fahrzeug, das in die Werkstatt kommt bis hin zum fertig restaurierten Automobil. Natürlich gibt es Tage, an denen Maximilian stundenlang „nur“ schleifen muss, aber einen eingeschliffenen Arbeitsalltag gibt es für den Lehrling auf der Zielgeraden trotzdem nicht. „Jeder Tag ist anders.“ Meistens arbeitet er an zwei bis drei Fahrzeugen parallel – und übernimmt auch Aufgaben aus der Mechanik oder dem Karosseriebau. Im Moment arbeitet er an einem Porsche 356, bei dem die Spaltmaße gezinnt und eingeschliffen werden müssen.

Grundieren, lackieren, zinnen: Jeder Handgriff muss sitzen

Klingt spannend…und das ist es auch: Wahre automobile Meisterwerke rollen aus der Firma Jensen Classics. Jedes Fahrzeug behandeln die Mitarbeiter mit großer Sorgfalt und Fachkenntnis. Die Kunden sind meist Autoliebhaber und vertrauen der Firma Sammlerstücke an. „Manchmal arbeiten wir bis zu zwei Jahre an einem Auto“, erzählt Maximilian. Echtes Neuland hat er mit seiner Ausbildung aber nicht betreten: Auch in seiner Freizeit verbringt er stundenlang begeistert damit, Dinge zusammenzuschrauben oder zu reparieren. Zuhause widmet er sich zum Beispiel den elterlichen Bulldogs oder dem VW Derby. Oder einfach den Fahrrädern, die mal wieder auf Vordermann gebracht werden müssen.

„Alte Fahrzeuge sind unverwüstlich“, erklärt Maximilian seine Leidenschaft dafür. „Sie sind einfach und trotzdem robust. Und hinter manchen steckt ein enormer Wert.“ Kunden seines Ausbildungsbetriebs schätzen die Firma Jensen Classics und kommen während der Restaurierungsphase hin und wieder gerne vorbei, um den Fortschritt ihres Lieblings auf vier Rädern zu begutachten. Zusätzlich dokumentieren die Mitarbeiter ihre Arbeit in Bildern auf der Firmen-Website. Maximilians bisheriges Lieblingsprojekt? Da muss er nicht lange überlegen: ein original Porsche 904 GTS von 1964. „Der ist sogar in den 60er Jahren mehrmals beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mitgefahren“, schwärmt der angehende Fahrzeuglackierer. Dem Fahrzeuglackierer-Nachwuchs empfiehlt er, seinen Ausbildungsbetrieb weise zu wählen. Die Vielfalt an Fahrzeugen bekommen Mitarbeiter „gewöhnlicher“ Werkstätten mit Laufkundschaft nicht zu sehen.

Beruf mit Zukunft: Fahrzeuglackierer sind sehr gesucht

Falls du dich für den Beruf des Fahrzeuglackierers interessierst, hast du aber gute Karten: „Es ist ein sehr gesuchter Beruf“, weiß Maximilian. Deswegen macht er sich über die Zukunft keinen Kopf: „Erstmal die Ausbildung gut abschließen.“ Genau! Deswegen drücken wir vom Macher-Team Maximilian für seine Abschlussprüfung im Juni fest die Daumen und wünschen ihm eine bunte Zukunft als Fahrzeuglackierer.

Du könntest dir vorstellen, als Fahrzeuglackierer zu arbeiten oder zumindest probeweise ein Praktikum in dem Beruf zu absolvieren. Dann befrage den Lehrstellen-Radar darüber, welcher Betrieb in deiner Umgebung Lehrlinge oder Praktikanten sucht. Wenn du noch mehr über das Berufsbild des Fahrzeuglackierers wissen willst, informiere dich im Berufe-Wiki.