Quasi schon mit Nadel und Faden auf die Welt gekommen, beendet Felix gerade sein erstes Lehrjahr als Maßschneider. Ein guter Zeitpunkt, ihn zu fragen, wie es bisher für ihn war und wie es weitergeht.

Wie war dein erstes Lehrjahr?

Es war und ist eine wunderschöne Zeit bei Spitz Maßdesign und genauso wie ich es mir vorgestellt habe. Ich konnte jeden Tag etwas dazu lernen und habe enorme Fortschritte gemacht. Ich habe schon immer sehr gerne genäht, ganze Kollektionen entworfen, genäht und in meiner Schule präsentiert, aber als ich in diesem Jahr ein Kleid für einen Abiball schneiderte, konnte ich das sehr viel professioneller angehen.

Was macht dir an deinem Beruf Maßschneider besonders Spaß?

Am liebsten fertige ich Neuanfertigungen, ob Rock, Hose, Kleid, Blazer oder Mantel, egal. Es ist wunderbar, wenn ein Stück entsteht, dass perfekt zur Kundin passt und sie sich darin super fühlt. Ich liebe auch das Arbeiten mit schönen Stoffen.

Wie war für dich die Umstellung von der Schule auf das Berufsleben?

Es ist schon etwas Anderes, jeden Tag von 9 bis 18 Uhr zu arbeiten. In meinem Beruf sitzen oder stehen wir die meiste Zeit. Mein Tipp für alle Berufsanfänger ist es, sich einen sportlichen Ausgleich zu suchen, z. B. Schwimmen zu gehen oder einen anderen Sport zu treiben. Momentan gehe ich oft vor der Arbeit zum Schwimmen und das tut mir sehr gut.

Wie hast du dich ins Team eingefunden?

Dies fiel mir sehr leicht, denn wir haben uns alle von Anfang an gut verstanden. Das habe ich schon beim Probearbeiten gemerkt. Nicht vergessen: Als Lehrling bist der Unerfahrenste im Team und so solltest du dich auch verhalten. Also: Sei immer lernbereit, wissbegierig und interessiert. Meine Chefin legt großen Wert auf selbständiges Arbeiten, aber ich kann sie immer alles fragen.

Du bist vor deiner Lehre als Teilnehmer von „Geschickt eingefädelt“ mit Guido Maria Kretschmer ins Halbfinale gekommen. Konntest Du am Anfang deiner Lehre nicht schon alles?

Die Zeit mit Guido beim Fernsehen war toll und es hat mir großen Spaß gemacht dabei zu sein. Ich hatte mich spontan beworben und als ich bis ins Halbfinale gekommen bin, das war toll. Natürlich musste ich mit meinen ganzen Erfahrungen in der Lehre nicht bei null anfangen, aber ich erlerne das Maßschneiderhandwerk nun von der Pike auf. Ich habe mir hobbymäßig vieles falsch beigebracht. So  war ich früher viel ungeduldiger, aber jetzt ist es besser geworden. Muss ich auch, denn für ein Damensakko braucht ein Profischneider 40 Stunden.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Zunächst möchte ich meine Lehre beenden und als Geselle arbeiten, um mein Wissen noch weiter zu vertiefen. Natürlich möchte ich auch meinen Meister machen und mich später mit einem kleinen Atelier selbständig machen. Wenn Du mehr über Felix lesen möchtest, kannst du hier erfahren, wie er beim Bayerischen Jugendwettbewerb der Maßschneider abgeschnitten hat.

Mehr zum Beruf des Maßschneiders findest du im Berufe-Wiki.