Heute haben wir es mit einer echten Königin zu tun. Genauer gesagt mit der amtierenden Bayerischen Mehlkönigin. Carolina Göggerle ist 20 Jahre alt und kommt aus dem schwäbischen Laub im Donau-Ries Kreis. Mit dem historischen Bild des Müllers, der „wie in Max und Moritz“ Mehlsäcke von A nach B schleppt, will sie als derzeitige Botschafterin rund um Getreide und Mehl ein- für allemal aufräumen. Die Müllerstochter hat von klein auf in der elterlichen Mühle mitbekommen, was es bedeutet, Verfahrenstechnolge/-technologin in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft zu sein, wie der Ausbildungsberuf offiziell heißt. Sie selbst hat die Müller-Ausbildung von A bis Z durchlaufen.

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Aber ganz ehrlich, auch wenn wir alle früher oder später mal mit dem Beruf des Müllers konfrontiert worden sind, ist das nicht unbedingt der Beruf, den jeder – wie aus der Pistole geschossen – auf die Frage „Und, was willst du später mal werden?“ geantwortet hat. Carolina ist sich sicher, dass das anders wäre, wenn Jugendliche mehr über ihren besonderen Beruf wüssten oder einfach mal im Rahmen eines Praktikums hineinschnuppern würden. „Ich kenne kaum einen Beruf, der so abwechslungsreich ist, wie meiner“, betont sie. Sie hat „daheim“, in der Oberen Mühle Laub, mitbekommen, dass Mehl das Grundnahrungsmittel Nummer 1 ist und was man damit so alles anstellen kann. Traumberuf Müllerin sozusagen: „Für mich persönlich gab es nie eine Alternative. Ich lebe meinen Berufswunsch“, sagt Carolina mit fester Stimme.

Die Perspektiven als Verfahrenstechnologe/-technologin in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft sind laut Carolina glänzend: „Der Beruf ist ein richtiges Sprungbrett mit tollen Aufstiegsmöglichkeiten“, betont sie. Nach der dreijährigen Ausbildung gibt es die Möglichkeit, den Meister draufzusatteln und anschließend den Techniker, aufbauend auf den Meister. Die Inhalte der Ausbildung klingen ziemlich technisch: Labor- und Backtechnik, Maschinenkunde, Elektronik. Für Carolina kein Problem! Ihr gefällt an ihrem Job, dass sie nicht den ganzen Tag im Büro sitzt und von der Annahme des Getreidekorns bis zum fertigen Produkt Mehl ganz nah dabei ist.

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Man merkt, dass ihr neben ihrem Beruf auch die Aufklärungsarbeit, die sie als Mehlkönigin leistet, am Herzen liegt. Ihr macht es Spaß, vor Schulklassen über ihr Gewerk zu informieren und auf Veranstaltungen und Messen, wie auf der „Grünen Woche“ in Berlin, Fragen zu beantworten und Interviews zu geben. Ihr Wunsch ist es, mehrere Jugendliche für ihren Berufsstand zu begeistern. Die Arbeit sei auch für Mädels ohne Weiteres körperlich machbar: „Wichtig ist handwerkliches Gespür, Leidenschaft für Beruf und Produkt, Teamfähigkeit und technisches Verständnis. Außerdem solltest du gewissenhaft sein und gerne Verantwortung übernehmen“, sagt Carolina.

Nach dem Gespräch mit Mehlkönigin Carolina hat uns die unbändige Lust gepackt, mit Mehl zu hantieren. Auf Nachfrage hat uns Lorenz Strohmeir vom Bayerischen Müllerbund ein superschnelles und supereinfaches Brot-Rezept zur Verfügung gestellt. Auch für Veganer geeignet!

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Veganes Brot-Rezept vom Mehl-Experten: Das Drei-Minuten-Brot

 Zutaten

 1 Würfel Hefe

450 ml lauwarmes Wasser

500 g Dinkelvollkornmehl

50 g Sesam

50 g Sonnenblumenkerne

50 g Leinsaat

(wahlweise auch Kürbiskerne, Walnüsse…)

2-3 Teelöffel Salz

2 Esslöffel Essig

Hefe im laufwarmen Wasser verrühren, mit allen Zutaten vermengen, in gefettete Form füllen, evtl. mit Körnern bestreuen und in den kalten Backofen stellen. Wichtig: Nicht gehen lassen!

60 Minuten bei 200 °C backen.

Noch mehr spannende Details über den Müller-Beruf erfährst du hier.

Foto: Meramo/Katharina Kemme