Michaela Hildebrandt ist schon seit sieben Uhr auf der Baustelle: Altes Parkett muss aus einer Wohnung rausgerissen werden und neues muss her. Mit dem Stripper (das Werkzeug heißt wirklich so 🙂 ) wird der alte Belag Schritt für Schritt entfernt. Ein 1-A-Workout, Michaela braucht heute kein Fitnesstraining mehr. Für das Macher-Team macht sie eine kleine Pause und erzählt uns von ihrer Ausbildung als Parkettlegerin. Als angehende Parkettlegerin sorgt sie in Häusern und Wohnungen für den absoluten Wohlfühlfaktor. Michaela ist im zweiten Lehrjahr und arbeitet als einziges Mädchen in einem Team aus lauter Männern bei Neuberger Parkett und Fussbodentechnik.

Wie ist es, als Mädchen in einem „Männerberuf“ zu arbeiten?

Also, meine Kollegen haben mich von Anfang an super aufgenommen, und ich arbeite gerne in diesem Team. So werde ich genauso akzeptiert wie die männlichen Kollegen. Ich glaube, unter lauter Frauen wäre es für mich schwieriger. Klar, die Arbeit ist anstrengend, vor allem, wenn man Parkett entfernt oder Teppiche rausreißen muss, aber das kann man gut schaffen. Beim Wechsel von der Schule zum Arbeiten hatte ich viel Muskelkater.

Wie bist du auf diesen Beruf gekommen?

Ich wollte schon immer handwerklich arbeiten und habe während meiner Praktika in der Schule schon einiges ausprobiert. Ich hatte mich auch bei einem Parkettleger beworben, das fand ich einfach interessant. Während der Schulzeit konnte ich diesen Beruf aber nur einen Tag ausprobieren und deshalb habe ich in den Ferien ein längeres Praktikum gemacht. Ich kann nur jedem raten, so viele Praktika wie möglich zu machen. Nur so findet ihr heraus, was zu euch passt und was euch Spaß macht!

Viel dreht sich bei dir ums Parkett. Was lernst du in deiner Ausbildung noch?

Wir verlegen nicht nur Parkett, sondern die unterschiedlichsten Beläge wie PVC, Linoleum und auch die verschiedene Teppicharten, wie zum Beispiel Nadelvlies, Velourteppich oder Webteppiche. Beim Parkett gibt es ja Fischgrät oder englischen Verbund, eine Art Mosaikparkett. Bei uns im Betrieb gibt es auch eine Ausstellung, da kann man sich als Kunde über die unterschiedlichsten Farben und Muster informieren. Meine Kollegen beraten hierzu auch unsere Kunden, was passt und welcher Belag für sie sinnvoll ist. Natürlich spielt in diesem Beruf die Pflege von Parkett wie das Versiegeln, Ölen und Wachsen ein Rolle. Das ist auch ein interessanter Teil meines Berufes.

Wie geht es bei dir nach deiner Ausbildung weiter?

 Ich möchte noch viel neues entdecken und beruflich viel kennenlernen und ausprobieren. Vielleicht bleibe ich in diesem Beruf oder lerne noch Autosattler. Das Handwerk birgt so viele Möglichkeiten!

Wer noch mehr zum Parkettleger erfahren möchte, findet hier noch mehr Infos.

Fotos: © Michaela Hildebrandt