Eine Goldkette häkeln oder einen Ring mit metallenen Reptilienschuppen bedecken – das ist der ganz normale Arbeitsalltag von Nicole. „Die Idee eine Ausbildung zur Goldschmiedin zu machen, bekam ich auf einer Messe“, erzählt sie. Ein Studium war ihr zu theoretisch. Sie wollte etwas mit ihren eigenen Händen erschaffen und Dinge selbst gestalten.

„Handwerkliches Geschick und Interesse sind das Wichtigste, wenn man diese Ausbildung machen möchte“, erklärt Nicole. Daneben sind auch ein gutes Auge, ein ruhiges Händchen und viel Geduld gefragt. „Am Anfang geht auch mal etwas schief, da kann man nicht gleich alles in die Ecke werfen“, meint Nicole. Dafür sind die Arbeitsmaterialien zu wertvoll und der Kunde freut sich doch auf das fertige Stück! Konzentriertes Arbeiten hilft – dann fallen Fehler gleich viel früher auf und können behoben werden. Größtenteils fertigen Nicole und ihre Kollegin Laura Schmuckstücke. Gelegentlich sind auch ausgefallene Stücke wie Manschettenknöpfe oder Serviettenringe gefragt, sowie Reparaturen oder Umarbeitungen an vorhandenem Schmuck.

Viel Abwechslung im Alltag

Im Alltag haben beide Azubis viel Abwechslung. Morgens wird zuerst der Laden auf Vordermann gebracht. Zwischendurch betreuen sie Kunden, dann tüfteln sie weiter an ihren Projekten. „Wir arbeiten an immer wieder neuen Aufträgen, mit denen man zuerst gar nicht rechnet“, schwärmt Nicole. Gemeinsam mit Laura absolviert sie ihre Ausbildung im Betrieb von Goldschmiedemeister Thomas Kortmann in Landshut. Aktuell ist sie im 3. Lehrjahr – eineinhalb Jahre hat sie noch vor sich.

Fachtheorie und Gemmologie

Die Berufsschule besuchen Laura und Nicole dreimal jährlich im Blockunterricht. Auch hier haben die beiden Fächer, die nicht ganz alltäglich sind. Im Fach Gemmologie lernen sie, wie man verschiedene Edelsteine voneinander unterscheidet. In der Fachtheorie erfahren beide, wie sich verschiedene Edelmetalle im festen und flüssigen Zustand verhalten. Dabei kommt die Chemie nicht zu kurz! Wie reagiert ein Metall wohl auf verschiedene chemische Substanzen? Und natürlich üben sie das technische Zeichnen und Entwerfen von Schmuckstücken im Unterricht.

Das ist das Schönste am Beruf der Goldschmiedin

Ihre Metallsäge, verschiedene Feilen, Zangen und ein Messschieber sind von Nicoles Werktisch gar nicht wegzudenken. „Das Schönste an meinem Beruf ist, dass ich jeden Tag etwas Anderes mache und dass ich Dinge von Anfang bis Ende selbst anfertigen kann“, findet Nicole. Wenn der Kunde dann zum Schluss glücklich und zufrieden ist, haben beide ein Lächeln auf dem Gesicht. Perfekte Voraussetzungen für eine zukünftige Goldschmiedin!

Fotos: © Thomas Kortmann

Text: Nadine Appelt

 

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Dieses Armband haben die beiden Azubis angefertigt.
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Auch Nicoles Kollegin Laura will Goldschmiedin werden
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In der Werkstatt arbeiten Nicole und Laura an ihren Aufträgen.