Annina ist ein, die gerne anpackt: Sich nach dem Abi im Hörsaal berieseln lassen? Fehlanzeige! Anders als ihre Freunde entschied sie sich für eine Ausbildung in der Wirtschaftskammer Liechtenstein: „Lieber in die Praxis eintauchen als sich erneut in ein Bildungssystem zu quetschen und von Jobmesse zu Jobmesse zu pilgern.“ Spannende Sache: Durch den Austausch der Wirtschaftskammer mit der Handwerkskammer Schwaben landete die Liechtensteinerin für drei Wochen als Praktikantin in Augsburg. Kaum zu glauben: Die bayerische Großstadt hat tatsächlich neun Mal mehr Einwohner als das Fürstentum Liechtenstein. Mit 37.000 Einwohnern gilt das Land als sechskleinster Staat der Erde.

Pfandflaschen und Kulturenvielfalt: Ganz schön viel zu entdecken

Eins steht für Annina fest: Die „kuschelige“ Landesgröße ihres Heimatlandes macht sich auch im Berufsalltag bemerkbar. „In Liechtenstein duzen sich die Leute grundsätzlich untereinander – auch wenn sie sich noch nicht kennen.“ Insgesamt zehn Mitarbeiter und zwei Auszubildende arbeiten bei Anninas Arbeitgeber. „Irgendwie ist alles ein wenig kleiner, familiärer, gemütlicher.“ Heißt aber natürlich nicht, dass Augsburg die Liechtensteinerin nicht mit offenen Armen empfangen hat – ganz im Gegenteil: Annina liebt die bayerischen Brezen, die Vielfalt der Kulturen und zieht den Hut vor der sozialen und umweltfreundlichen Denkweise der Menschen. „Das würde ich mir für Liechtenstein auch wünschen.“ Für uns sind Pfandflaschen Alltag, für sie eine richtig coole, innovative Idee.

Ins Ausland während der Ausbildung? Läuft!

Aber was konnte sich Annina beim Auslandspraktikum in der Handwerkskammer Augsburg für ihr Berufsleben abgucken? Richtig Spaß hatte sie am Organisieren und Koordinieren von Veranstaltungen. „Mein Praktikum hat mir gezeigt, dass ich auf jeden Fall noch mehr in Richtung Veranstaltungsmanagement gehen möchte.“ Und dann ist da noch das Reisen: „Ich habe mich schon immer sehr für das Ausland interessiert.“ Egal ob Sprachkurs in Frankreich oder England, mit Freunden oder ganz alleine – Annina war immer mit von der Partie. Deswegen war sie sofort Feuer und Flamme für den Austausch. Wer sich jetzt fragt, wie sich das finanzieren lässt: Neben der Ausbildungsvergütung hat Annina sich für das europäische Austauschprogramm Erasmus beworben – und hatte Glück. Sogar eine kleine Wohnung ließ sich von dem Budget bezahlen. „Leben kann ich von dem Geld hier besser als in Liechtenstein. Dort ist alles viel, viel teurer.“

Liechtenstein oder Ausland? Viel Glück, Annina!

Spannend bleibt, wo die Reise beruflich für Annina hingeht: Liechtenstein oder ab ins Ausland? Jedenfalls wünscht das Macher-Team ihr weiterhin so viel Begeisterung für ihre Ausbildung! Allzu lang muss Annina auch gar nicht mehr warten, bis sie richtig im Berufsleben durchstarten darf: Mit der Matura in der Tasche darf sie ihre Ausbildung von drei auf zwei Jahre verkürzen.

Wenn beim Organisieren deines Auslandspraktikums Fragezeichen auftauchen, kannst du dich übrigens jederzeit an die Mobilitätsberater der Handwerkskammern wenden: www.mobilitaetscoach.de

© Foto: Handwerkskammer Schwaben