Unser Praktikant Sebastian (17) berichtet euch heute exklusiv von der Ausbildungsmesse Meet Your Job. Über 300 Jugendliche, darunter viele Flüchtlinge und junge Menschen mit Migrationshintergrund, strömten ins Bildungszentrum Ingolstadt, um sich über eine Ausbildung im Handwerk zu informieren. Was Sebastian dort erlebt hat, welche Handwerksberufe besonders hoch im Kurs stehen und was die Ausbilder von ihren zukünftigen Azubis erwarten sowie alles zum Thema Ausbildung und Integration – das verraten wir euch jetzt! Übrigens fand die Meet Your Job bislang ebenfalls in München und Traunstein statt, Altötting, Weilheim und Rosenheim folgen!

Unser Praktikant Basti (17) berichtet exklusiv von der "Meet Your Job" in Ingolstadt.

Unser Praktikant Basti (17) berichtet exklusiv von der „Meet Your Job“ in Ingolstadt.

Ein Riesen-Gewimmel und ich mittendrin: Für viele Jugendliche, unter anderem auch junge Flüchtlinge und Jugendliche mit Migrationshintergrund ergab sich eine wunderbare Gelegenheit, sich auf den Pfad der Berufsfindung zu begeben. Im Ingolstädter Bildungszentrum fand eine großartige Messe, die Meet Your Job, statt. Es war für alle Beteiligten ein voller Erfolg!

Über 300 junge Menschen fanden großen Gefallen an dieser Veranstaltung. Viele bemühten sich um einen Praktikumsplatz und hatten Interesse an einer Ausbildung im Handwerk. Die Vertreter der Betriebe informierten die Jugendlichen über ihr Gewerk und luden diese zum Teil schon zu Vorstellungsgesprächen ein. Die jungen Leute zeigten sich von der Dachdeckerlehre bis zur Schreinereilehre begeistert um und fingen sehr unterhaltsame Gespräche an.

Das Bildungszentrum Ingolstdt füllt sich langsam mit Ausstellern und ausbildungswilligen Jugendlichen.

Das Bildungszentrum Ingolstdt füllt sich langsam mit jungen, ausbildungswilligen Menschen.

Beliebt auf der Meet Your Job: Eine Ausbildung im Handwerk in Deutschland

Ich habe mir Suribaa auf der Meet Your Job für ein kleines Interview zum Thema Ausbildung und Integration geschnappt: Der junge Mann stammt aus Mali und ist nun schon seit einem Jahr in Deutschland. Suribaa betonte, dass Deutschland ihm sehr gut gefalle, da es gute Arbeitsplätze gäbe. Er hat in Afrika schon als Friseur gearbeitet und interessiert sich nun für eine deutsche Ausbildung zum Friseurmeister, möchte jedoch nach dieser, wieder zurück in sein Heimatland.

Dost Muhammad, ein afghanischer Landsmann berichtete mir ebenso über seine Zukunftspläne. Er ist, genau wie Suribaa, seit einem Jahr in Deutschland und würde gerne eine Ausbildung zum Dachdeckermeister machen. „In Deutschland habe ich bessere Möglichkeiten, eine gute Arbeit zu finden, ein neues Land zu erkunden und eine neue Sprache lernen zu können.“ Berufserfahrung als Dachdecker habe er noch nicht, doch anders als Suribaa möchte Dost Muhammad gerne in Deutschland bleiben.

Was Arbeitgeber suchen: Anforderungen an Azubis im Handwerk

Die Jugendlichen waren sehr weiterbildungswillig und informierten sich über ihren Wunschberuf. Des Weiteren teilten die Arbeitgeber mir ein paar Infos über deren Aufnahmebedingen in die Firma mit. Karl Spindler von der Dachdeckerei Spindler in Ingolstadt legt sehr viel Wert auf sein Bauchgefühl beim persönlichen Gespräch. Die Noten des letzten Zeugnisses seien hingegen nicht so wichtig. Der erste Eindruck der Person zähle. Derselben Meinung ist Dachdeckermeister Raphael Eckstein: „Ob Jugendliche Migrationshintergrund haben oder nicht, spielt für die Aufnahme in unseren Betrieb keine Rolle. Schwindelfreiheit, körperliche Arbeit im Freien, sowie handwerkliches Geschick sind bei diesem Beruf aber Voraussetzung“, sagt er.

Daumen hoch für das Handwerk: Dachdeckermeister Raphael Eckstein.

Daumen hoch für das Handwerk: Dachdeckermeister Raphael Eckstein.

Viele Jugendliche tummelten sich auch am Messestand der Ullmann Blechtechnik GmbH Spenglerei, welche zur Berufsgruppe der Heizungs-, Sanitär- und Spenglertechnik gehört. Die Arbeitgeber in diesem Gewerk legten sehr viel Wert auf die Motivation, in diesem Handwerk Fuß zu fassen. Schulnoten seien ihnen auch sehr wichtig, da man in diesem Job, besonders in Mathematik, einen klugen Kopf brauche. Ihre Aussage bezüglich der Einstellungen von Flüchtlingen in der Firma, begründeten sie mit einem klaren Ja. Ausbildung und Integration gehören in unserer Zeit definitiv zusammen. Der Bewerber solle die Grundlagen der Technik kennen und im Fach Mathematik nicht schlechter als mit 3 abschließen. Praktikanten und Azubis seien jederzeit willkommen.

Der Werkzeugmacher Joachim Trapper von der Firma Labermeyer & Hamberger GmbH & Co. KG legte seine Meinung im Interview auf der Meet Your Job ähnlich dar: „Ich bin der Meinung, dass der erste Eindruck zum Wichtigsten zählt. Alleine an der Körperhaltung, Mimik und Fragestellung des Interessenten sehe ich, ob Interesse besteht oder nicht.“ Auf die Frage, ob ausländische Jugendliche in der Firma auch eingestellt werden, antwortete der Werkzeugmacher: „Solange wir gut zusammenarbeiten, gibt es keinen Grund, den Bewerber nicht einzustellen.“ Vorrausetzung für diese Ausbildung ist es, keine schlechte Note im Fach Mathematik vorzuweisen sowie den Einstiegstest zu bestehen, der handwerkliches Geschick erfordert. „Um sicher zu gehen, ob den Jugendlichen der Job gefällt, können sie gerne und jederzeit im Werkzeugbetrieb vorbei kommen“, so Ausbildungsleiter Trapper.

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Die Werkzeugmacher geben Jugendlichen mit Migrationshintergrund gerne die Chance auf eine Ausbildung.

Ein weiterer interessanter Beruf, ist der, des Schlossers, welcher zudem noch eine Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateurmeister von der Firma Lorenz Gruber und Sohn anbietet. Herr Gruber ist der Meinung, dass das Schulzeugnis nicht relevant ist. Ein Abschluss, mindestens der Quali, ist jedoch wichtig! „Mir kommt es auf die Persönlichkeit des Bewerbers an. Ich bin offen, wenn es um Flüchtlingsaufnahmen im Betrieb geht.“ Zudem ist es ihm wichtig, dass der Bewerber konzentriert und mit Spaß an die Arbeit heran geht. Übrigens bietet der Betrieb auch Praktika an und bildet seit 15 Jahren jedes Jahr einen Schlosser-Azubi und einen Azubi im Metallhandwerk aus.

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„Das Schulzeugnis ist nicht am wichtigsten“, so Gas- und Wasserinstallateurmeister Lorenz Gruber.

Fazit der Meet Your Job: Ein voller Erfolg!

Die Meet Your Job war ein voller Erfolg. Viele Jugendliche haben eine berufliche Perspektive gefunden, die Kombination Ausbildung und Integration ist an allen Ecken und Enden sichtbar geworden und es herrschte eine supergute Atmosphäre. Dieselbe Aktion fand übrigens auch in Traunstein statt, welche auch fantastisch lief. 100 junge Leute wurden erwartet – 200 kamen. Es freut uns sehr, dass die Jugendlichen so viel Einsatz gezeigt haben und freuen uns auf die nächsten Ausbildungsmessen in Rosenheim, Altötting und Weilheim.

Welcher der 130 Handwerksberufe am besten zu dir passt, findest du mit unserem Berufe-Checker raus. Und wo in deiner Nähe dein Traumberuf ausgebildet wird, erfährst du hier.