Ob Jazz, Elektroswing, Pop, Klassik oder Volksmusik – der Sound einer Trompete macht jede Musik fett. Elias spielt sie, seitdem er acht ist. Inzwischen lernt er sogar, sie zu bauen. Und auch ihre Verwandten, die Metallblasinstrumente: an der Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau in Mittenwald.

Elias ist 22 Jahre alt und kommt aus dem Salzburger Land. Musik war schon immer sein Ding. Deshalb wählte er auf dem Realgymnasium in Österreich den Musikzweig. Auch das halbe Jahr Wehrdienst im österreichischen Bundesheer leistete er im Musikcorps ab. Heute macht er an der Berufsfachschule in Mittenwald eine Ausbildung zum Metallblasinstrumentenbauer. Wie er darauf gekommen ist? „Als ich vor einigen Jahren eine neue Trompete bekommen habe, war die vom Klang und vom Handling her viel besser als meine alte“, erzählt er. „Es hat mich gejuckt herauszufinden, woran das liegt“, schmunzelt er.

Miniklassen und entspannte Atmosphäre

Elias ist mit Leidenschaft dabei. Immerhin ist er für seine Ausbildung sogar umgezogen und haust nun mit drei Kommilitonen in einer Schüler-WG. „Das ist cool. Ein Mitbewohner kommt aus Berlin, einer aus der Schweiz und einer aus Spanien“, erzählt er. Überhaupt findet er das Schulleben prima, weil die Klassen so klein sind. „Pro Jahrgang sind wir nur vier Schüler“, sagt er. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Also tummeln sich in der Werkstatt nur zwölf junge Leute. Die Lehrer können sich gezielt um jeden kümmern. „Deshalb lernen wir alle Facetten und jeden Schritt des Baus im Detail kennen“, sagt Elias begeistert. Die Atmosphäre ist entspannt und kameradschaftlich.

Metallblasinstrumente bauen, reparieren und restaurieren

Später einmal selbstständig zu arbeiten, das ist der Traum von Elias. Die Voraussetzungen dafür erwirbt er sich an der Berufsfachschule in Mittenwald. Hier lernt er alles, was zum Neubau, zur Reparatur und Restauration eines Horns oder einer Trompete nötig ist. Es wird ihm beigebracht, wie die Mechanik funktioniert, wie das Metall zu bearbeiten ist und wie man Schallstücke baut. Dazu kommt die Fachtheorie. Sie umfasst Fachzeichnen, Fachrechnen, Physik/Akustik und Fachenglisch. „Sogar CAD-Zeichnen am Computer ist dabei“, erzählt Elias. Außerdem erfährt er viel über Kunstgeschichte, Musiktheorie und Musikgeschichte. Klar kann er auch seinem Trompetenspiel weiter frönen. Es gibt verschiedene Ensembles und Orchester, in denen er musizieren kann, und natürlich Unterricht. „Inzwischen habe ich angefangen, Tenorhorn zu spielen“, freut er sich.

Geheimnis bald gelüftet

Elias musste für die Aufnahme an der Schule eine Eignungsprüfung ablegen. Das schien ihm zuerst schwierig, weil er nicht wusste, was auf ihn zukommen würde. „Es war zwar umfangreich, aber durchaus zu machen“, blickt er zurück. Ihm hat vor allem geholfen, dass er schon so lange Trompete spielt. Mindestens zwei Jahre Instrumentalunterricht sind Voraussetzung für eine Bewerbung. Beim Aufnahmetest musste Elias eine technische Zeichnung abliefern und ein Musikinstrument skizzieren. Außerdem war mit der Laubsäge ein Gitarrensteg auszusägen und ein Holzstück in eine bestimmte Form zu feilen. Schließlich gab es noch ein Gespräch mit der Schulleitung. „Alles kein Hexenwerk“, zwinkert er. Elias hat alle von sich überzeugt. Und er ist dem Geheimnis, was ein gutes Instrument von einem weniger guten unterscheidet, inzwischen ein gutes Stück näher gekommen.

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