Erst Abitur, dann Studium: der klassische Weg. Noch dazu, wenn die Eltern beide Akademiker sind. Pia hielt das nicht ab. Sie ließ das Studium sausen und begann eine Metallbau-Lehre. Ihre beste Entscheidung bis heute.

Eigentlich haben es ihre Eltern zuerst gemerkt: Dass das Maschinenbaustudium, das Pia nach ihrem Abi an der FH in Schweinfurt begonnen hatte, nicht das Richtige war. Klar, Pia wollte immer in einem naturwissenschaftlich-technischen Beruf arbeiten. Das Studium schien also geeignet. Aber als sie schließlich während eines Praktikums die Luft im Metallbau-Betrieb von Harald Krischker schnuppern durfte, da wusste sie plötzlich: Das ist es. Das ist viel mehr ihr Ding als studieren: praktisches Arbeiten mit den Händen, mit Kollegen, im Team, etwas entwickeln, etwas schaffen, etwas formen, in Abstimmung mit den Kunden. Zu ihnen gehören Architekten, Privatkunden, Metallbaukollegen und Tischler. Als Harald Krischker ihr eine Lehrstelle anbot, fiel ihr die Entscheidung nicht schwer. Sie ließ ihr Studium sausen und sagte zu. Ihre Eltern musste sie gar nicht erst überzeugen. Die hatten längst gecheckt, wofür das Herz ihrer Tochter schlug.

Metallbau: Vielfältig und vielseitig

Zugegeben – Pia hatte dem Werkstoff Metall gegenüber vor ihrem Praktikum durchaus Vorurteile: „Ich dachte an Eigenschaften wie kalt, schwer, unhandlich“, lacht Pia. Heute kann sie das nicht mehr verstehen. „Es ist unglaublich, wie vielfältig und vielseitig man damit arbeiten kann“, erklärt sie begeistert. Überhaupt bietet der Beruf des Metallbauers einiges an Abwechslung und Herausforderung: Zum Beispiel spielen bei allen Aufträgen immer die Statik und die Haltbarkeit eine Rolle. Ebenso wie Design und Gestaltung. Auch dass es immer andere Einsatzorte sind, an denen Pia arbeitet, gefällt ihr: mal in einem Privathaus, dann auf einem Gerüst am Rohbau eines Firmengebäudes und natürlich in der Werkstatt.

Kompetenz beweisen

„Zimperlich darf man nicht sein“, sagt Pia. „Es muss einem klar sein, dass man den ganzen Tag körperlich arbeitet, dass das kein Bürojob ist.“ Dafür ungemein befriedigend. Und die männlichen Kollegen sind sehr hilfsbereit, wenn es Pia zum Beispiel an Kraft mangelt, um ein schweres Metallteil von A nach B zu transportieren. „Das ist der Vorteil als Frau in diesem Beruf“, schmunzelt die 24-jährige. Der Nachteil ist, dass einem viele – auch Kunden – zunächst einmal die Kompetenz nicht zutrauen. „Aber das ist nur am Anfang so“, lacht Pia. Ihr Lehrmeister Harald Krischker hat ihr auch die Zeit gegeben, langsam in das Handwerk hineinzuwachsen. „Bei Aufgaben, die ich mir alleine nicht zugetraut habe, war immer jemand da, der mich an die Hand genommen und angeleitet hat“, erzählt Pia. Das hat ihr sehr geholfen. Immerhin gibt es Maschinen, die einem ordentlich Respekt einflößen und die man beherrschen muss.

Inzwischen ist ihre Ausbildungszeit fast rum. Dürfte sie sich heute noch einmal entscheiden, dann würde sie alles genauso machen. Sie hat ihr berufliches Glück gefunden.

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