Wenn die Sonne im Sommer so richtig runterbrennt, was gibt es da Schöneres als ein lauschiges Schattenplätzchen? Das kann unter dem Blätterdach eines Baums liegen. Aber auch unter einem Sonnensegel oder einer Markise. Am besten fragen wir Kristine. Sie ist Expertin für alle Arten von Rollladen, Sonnenschutz & Co.

Kristine ist 21 Jahre und Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin mit Leidenschaft. Dass sie diesen Beruf einmal ergreifen würde, auf diese Idee wäre sie vor ihrer Lehre nicht gekommen. Denn eigentlich wollte sie nach der mittleren Reife über Mittelschule und M-Zweig in den Kreativbereich. So etwas wie Grafikdesign schwebte ihr vor. Ein Praxistag der Schule bei ihrem jetzigen Arbeitgeber und späteren Ausbildungsbetrieb, der Firma Brandt und Zäuner in Fürstenfeldbruck, hat ihr die Augen geöffnet. Auch im Rollladenbau sind nämlich eigene, innovative Lösungen gefragt.

Außenseite, Innenseite und dann noch der Garten

Kein Fenster gleicht dem anderen. Mal sind sie quadratisch, mal rechteckig, sogar dreieckig oder bilden ein Trapez. Klar, es gibt Standardmaße, aber oft müssen Sonderlösungen her. Zudem sind die Kundenwünsche äußerst verschieden. Je nach dem wie stark beispielsweise ein Zimmer beschattet oder verdunkelt werden soll, gibt es Rollläden und Jalousien für die Außenseite, Plissees, Rollos und Raffstores für die Innenseite. Alle in den verschiedensten Farben und Ausführungen, von Hand betrieben oder elektrisch. Die einen bieten viel Sonnenschutz und halten die Räume richtig kühl, die anderen sind lichtdurchlässig und sorgen nur dafür, dass niemand einen Blick in die eigenen vier Wände erhascht. Viele lassen sich inzwischen schon über eine App vom Smartphone aus steuern. Dazu kommen Markisen und Sonnensegel, Insektenschutzgitter und Einbruchschutz.

Ein Rollladen ist immer wieder anders

Kristine hat in ihrer Ausbildung die verschiedensten Varianten kennen gelernt. Sie weiß, wann eine Mauer aufzustemmen ist, um ein elektrisches Rollo neu zu installieren und wann der alte Rollladenkasten noch verwendet werden kann. Nicht umsonst war sie bei ihrer Gesellenprüfung 2015 die beste Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin in ganz Oberbayern. Jeden Tag ist sie selbstständig unterwegs, berät Kunden vor Ort, nimmt Aufmaß oder repariert, zum Beispiel eine verklemmte Jalousie oder ein Rollo, das stecken geblieben ist. Manchmal muss sie sich dabei ihr Werkzeug selbst konstruieren. „Es ist schon vorgekommen, dass ich mir einen Haken basteln musste. Da war ein Rollladengurt gerissen, den ich irgendwie aus dem Führungskasten herausfischen musste. Dafür gibt es kein Werkzeug“, erzählt sie schmunzelnd. Dass die Situationen immer wieder wechseln und sie jedes Mal anders fordern, mag Kristine: dieses sich einen Überblick verschaffen, dann überlegen, was zu tun ist, mit dem Kunden eine Lösung ausarbeiten, planen. Langweilig wird es nie. Und das ganz ohne Grafikdesign.

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