Es gibt Tage, da möchten wir sie zum Mond schießen. Aber im Großen und Ganzen lieben wir sie doch: unsere Geschwister. Wer eine Schwester oder einen Bruder (oder beides) hat, kann davon ein Lied singen. Zum Tag der Geschwister 2015 haben wir mit einem Geschwisterpaar gesprochen, das den gleichen Beruf ausübt: Florian und Michael Koppitz vom Schuhhaus Koppitz haben die Schuhmacher-Ausbildung erfolgreich absolviert und fertigen sogar Schuhe aus Fischleder an.

Lieber Florian, lieber Michael, stellt euch unseren Lesern doch bitte mal kurz vor …

Ich heiße Florian Koppitz, bin 24 Jahre alt und von Beruf Einzelhandelskaufmann und Schuhmacher. Meine Hobbys sind Motorrad fahren, Fischen und Berggehen.

Ich heiße Michael Koppitz, bin 20 Jahre alt und von Beruf Schuhmacher. In meiner Freizeit mache ich in mehreren Blaskapellen Musik und gehe auch gerne fischen.

Heute ist der Welt-Geschwistertag: Wie ist es so, demselben Beruf nachzugehen wie der Bruder? Gibt es bei euch überhaupt andere Gesprächsthemen?

In unser beider Leben dreht sich schon seit unserer Kindheit sehr viel um Schuhe. Wir wohnen in dem Haus, in dem auch die Werkstatt und das Schuhgeschäft sind – da befassen wir uns zwangsläufig jeden Tag mit Schuhen. Dass wir beide den gleichen Beruf ausüben und noch dazu in derselben Werkstatt arbeiten, ist schon was Besonderes – aber auch nicht immer einfach. Jeder will besser als der andere sein.

Konkurrenz stachelt an, ganz klar, aber hattet ihr auch schon mal eine geniale Idee, die ihr zusammen umgesetzt habt?

Auf jeden Fall! Die beste Idee von uns war mit Sicherheit, Schuhe aus Fischleder zu fertigen. Durch unser gemeinsames Hobby, das Fischen, sind wir überhaupt erst darauf gekommen. Damit haben wir es sogar schon ins Fernsehen geschafft! Vor kurzem ist uns dafür auf der Internationalen Handwerksmesse der Bayerische Staatspreis für besondere gestalterische und technische Leistungen im Handwerk verliehen worden.

Wow, herzlichen Glückwunsch! Dann erzählt doch mal, wie verläuft die Schuhmacher-Ausbildung?

Die Schuhmacher-Ausbildung dauert drei Jahre. In der Zeit lernst du alles über den Aufbau des Fußes, über sämtliche Materialien und natürlich, wie ein Schuh hergestellt wird. Das geballte Wissen haben wir auch für unsere Abschlussprüfung gebraucht, in der wir – in relativ kurzer Zeit – ein Paar Schuhe fertigen mussten.

Und was macht ihr jetzt den lieben langen Tag?

Florian: Den Großteil meiner Arbeitszeit verbringe ich tatsächlich mit dem Anfertigen von Schuhen für Kunden. In der restlichen Zeit erledige ich Bestellungen und vermesse natürlich Füße. Am meisten Spaß macht mir, mit der Kundschaft ihren individuellen Traumschuh zusammenzustellen: einen Schuh, der genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten ist.

Michael: Ich bin die meiste Zeit mit Schuhreparaturen beschäftigt. Davon abgesehen kümmere ich mich um Bestellungen, erledige Büroarbeiten und fertige Maßschuhe an. Meistens fertige ich geklebt holzgenagelte Schuhe an; das macht mir persönlich noch mehr Spaß als die genähte Variante.

Das klingt sehr abwechslungsreich! Für wen würdet ihr gerne mal Schuhe machen? Habt Ihr vielleicht schon mal für einen Promi Schuhe gemacht?

Am meisten freuen wir uns, wenn wir Schuhe für jemanden fertigen dürfen, der vorher Kunde bei einem berühmten Schuhmacher war. Für uns ist es toll zu merken, dass die Kundschaft uns Vertrauen schenkt und denkt: „Hey, die zwei sind zwar noch jung, aber bekommen das richtig gut hin!“ Für einen echten Promi haben wir noch keine Schuhe gemacht, aber was nicht ist, kann ja noch werden …

Du hast zusammen mit deinem Bruder oder deiner Schwester auch etwas Tolles fabriziert? Oder willst uns erzählen, was du an deinen Geschwistern besonders magst? Dann schreib uns ins Kommentarfeld!

Wo du in deiner Nähe die Schuhmacher-Ausbildung absolvieren kannst, zeigt dir unser Lehrstellen-Radar.