Alle zwei Jahre messen sich die Besten der Besten bei den WorldSkills – den Berufsweltmeisterschaften. Im August war es wieder soweit. Diesmal fanden die Wettkämpfe im russischen Kasan statt. Schreiner Florian trat für Deutschland an.

Du musst ganz schön was auf dem Kasten haben und richtig gut sein in deinem Beruf, damit du bei den WorldSkills antreten darfst. So wie Florian. Bei der Gesellenprüfung 2017 fertigte er die beste praktische Arbeitsprobe der Innung. Danach ließ er seine Konkurrenten bei den Leistungswettbewerben auf Kammer- und Landesebene hinter sich. Schließlich wurde er Deutschlands bester Nachwuchsschreiner. Damit hatte er sich automatisch für die WorldSkills qualifiziert. Was für eine Chance! Aber auch was für eine Herausforderung. „Ich hatte ordentlich Respekt vor der Challenge“, gibt er zu. Florian wäre aber nicht Florian, wenn er die Sache nicht mutig und mit viel Elan angepackt hätte.

Üben, üben, üben

Anfang 2019 ging es mit dem Training los. Einmal im Monat düste er für eine Woche von Oberbayern zu seinem Trainer Michael Martin ins Allgäu. Der hat selbst 2005 in Helsinki an den WorldSkills teilgenommen und pimpt nun die neuen Weltmeisteranwärter. Zusätzlich übte Florian privat jede freie Minute, bis in die Nacht. Immer wieder baute er Teststücke: einen Stuhl, eine Haustür, ein Rednerpult. Der Timer tickte nebenher, denn: In Kasan muss das Wettkampfprojekt innerhalb von vier Tagen bzw. 22 Stunden fertig sein. Florian überprüfte jeden Arbeitsschritt. Wo konnte er noch Zeit rausholen? Was musste vom Ablauf her noch besser klappen? Zum Glück spielte Florians Chef von der Konrad Hundhammer Holzverabeitungs GmbH in Penzberg mit und unterstützte ihn nach Kräften.

Andere Länder, andere Techniken

„Der Konkurrenzdruck beim Wettkampf war groß“, erzählt Florian. Während des Ländertrainings hatte er bereits die Mitstreiter aus Frankreich und der Schweiz kennengelernt. „Die waren auf einem top Niveau“, sagt er anerkennend. Überhaupt fand er es mega spannend zu sehen, welche Techniken Schreiner aus anderen Nationen verwenden. Einiges konnte er sich für seine Arbeit zuhause abschauen. Die Aufgabe, die Florian und seine Konkurrenten in Kasan bewältigen mussten, war dann ein Fenster-Element aus Eiche mit geschwungenen Innenstreben und eigenem Rahmen. Florian schrammte ganz knapp an einem Platz auf dem Siegertreppchen vorbei und ist über das gute Ergebnis sehr stolz.

Ein Wahnsinns-Wettkampf

Geflasht war Florian auch von der Größe der Veranstaltung. Über 1.350 Wettkämpfer aus 56 Berufen und 60 Ländern waren in diesem Jahr dabei – mehr denn je. „In der Mittagspause sind wir über das riesige Gelände gelaufen und haben in die Werkstätten geschaut“, erzählt er begeistert. Von den Konditoren war er besonders beeindruckt. „Der Wahnsinn, was die im Wettkampf gezaubert haben!“, sagt er. Wenn er könnte, dann würde er 2021 wieder antreten, trotz der stressigen Vorbereitungszeit. So möchte er auf jeden Fall als Zuschauer nach Shanghai. Dabei sein ist einfach alles!

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WorldSkills 2019
Ein Riesenspektakel wartet auf Teilnehmer und Zuschauer. Foto: © WorldSkills Germany / Anja Jungnickel
WorldSkills 2019
Der Wettkampf ist geschafft: Jetzt wird bei den Schreinern gefeiert. Foto: © BIV Schreiner / Marcel Pfost (Festool)
WorldSkills 2019
Florian hoch konzentriert.
Foto: © WorldSkills Germany / Anja Jungnickel

Titelfoto: Foto: © WorldSkills Germany / Anja Jungnickel