Im Advent duftet es überall in den Straßen nach gebrannten Mandeln, Glühwein und Punsch. Auch die bayerischen Bäcker zaubern besondere Leckereien in ihren vorweihnachtlichen Backstuben. Was es an Weihnachtsgebäck alles gibt und wozu wir überhaupt nicht Nein sagen können, das zeigen wir euch hier.

Draußen ist es schon dunkel, obwohl es noch Nachmittag ist. Überall leuchten die Schaufenster der Geschäfte weihnachtlich geschmückt. Von den Buden auf den Christkindlesmärkten zieht einem der Geruch von Glühwein in die Nase. In den Auslagen der Bäckereien liegen die verschiedenste Sorten von Lebkuchen, Stollen, Plätzchen, Pralinen und Schokokugeln. Auf manch einer Kreation glitzern silberne und goldene Sterne. Hmmm, da kann einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen.

So wie bei Dinkelbäcker Dümig aus München/Haar. Er bietet sage und schreibe 13 verschiedene Sorten von Stollen an, vom Amaretto- über den Bratapfel- bis hin zum Pistazien-Stollen. Begeistert hat uns vor allem der Pina Colada-Stollen mit in weißem Rum eingelegten Ananasstückchen. So viel Kreativität gibt es nur beim Handwerksbäcker! Auch bei den Kollegen von Bäcker Dümig schmecken die Stollen viel besser als die Massenware aus dem Supermarkt. Schließlich werden diese nur aus den besten Zutaten hergestellt. Und sie werden von Fachleuten der Bäcker-Innung geprüft. Bei der Stollenprüfung geht es zum Beispiel um Form und Aussehen, Geruch und Geschmack, die Struktur und das Krumenbild.

Darf‘s ein Küsschen, ähm… Schmätzchen sein?

Die Coburger bieten zu Weihnachten Schmätzchen oder auch Schmätzle an. Schmätzchen ist ein thüringisches Wort für Küsschen. Klar, keine echten. Aber ähnlich süß schmecken sie schon. Die kleinen runden Honigplätzchen bestehen aus Weizenmehl, Honig, Zucker, Haselnüssen, Mandeln, Orangeat, Zitronat, Ei und Gewürzen. Das Rezept hat Bäckermeister Wilhelm Feyler Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Die bekannte Manufaktur in Coburg stellt sie bis heute her.

Ein genauso traditionelles wie leckeres Weihnachtsgebäck sind die Nürnberger Lebkuchen. Da gibt es runde und eckige, solche mit Zuckerguss, welche ganz ohne Guss und die mit der Schokolade obendrüber. Alle haben einen feinen, weichen und saftigen Teig, der süchtig macht. Kein Wunder, enthält er viel Zucker, Eier, Mandeln und Haselnüsse, aber nur ganz wenig Mehl. Bei Elisenlebkuchen dürfen es nur zehn Prozent sein.

Weihnachtsgebäck als Christbaumschmuck

Schon mal Christbaumschmuck genascht? Nein? Geht aber tatsächlich – mit Nürnberger Eierzucker zum Beispiel. Der Eierzucker (auch Springerle) besteht aus Zucker, Eier und Mehl und ist weiß. Er wird mithilfe von Modeln hergestellt. Modeln sind Formen aus Holz oder Kupfer, die dem Gebäck eine bestimmte Form verleihen. Ganz oft sind auf dem Eierzucker Reiter, Hähne, Engel oder andere Figuren zu sehen. Es gibt ihn auch bunt bemalt und in besonderen Geschmacksrichtungen.

Kletzen und Hutzeln, was ist das nun wieder?

Wer es lieber fruchtig mag und gescheit kauen, der wird das Kletzenbrot lieben. Das gibt es unter anderem im Allgäu. Das Kletzenbrot ist ein würzig-süßes Weihnachtsgebäck, bei dem Kletzen oder Hutzeln und Gewürze mit Brotteig vermischt werden. „Kletzen“ und „Hutzeln“ sind mit der Schale getrocknete Birnen, die schon teigig, also braun, weich und süß geworden sind. Dazu kommen Nüsse, Feigen und Rosinen. Das Gute daran: Es hält seeehr lange. Da hast du auch Ostern noch eine leckere Erinnerung an das letzte Weihnachtsfest!

Handwerksbäcker sind das ganze Jahr über kreativ. Was der Beruf für dich zu bieten hat, findest du in der Berufe-Wiki.