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Gut behütet: Ausbildung zum Modist und Hüte für den Sommer 2015

Gut behütet: Ausbildung zum Modist und Hüte für den Sommer 2015

Markenzeichen, modisches Zubehör, Schutz vor Regen oder Sonne – Hüte können unheimlich viele Funktionen haben. Diesen Sommer sind sie hauptsächlich unverzichtbares Accessoire, um dein Outfit aufzuwerten und deine individuelle Persönlichkeit zu unterstreichen. Deshalb haben wir der Modistin um die Ecke, Christine Halbig, einen Besuch abgestattet und uns von ihr und ihrem Team die schönsten Hüte für den Sommer 2015 zeigen lassen. Brennend interessiert hat uns als echte Macher natürlich die Ausbildung zum Modist bzw. zur Modistin.

Party-Mittelpunkt und Promi-Stylist: Mach eine Ausbildung zum Modist!

„Und was machst Du so?“ – ihr kennt sie, die Klassiker-Frage auf jeder Party. Wenn Anja antwortet, dass sie Hüte fertigt und eine Ausbildung zur Modistin absolviert hat, richten sich alle Augenpaare schlagartig auf sie. Bilder vom verrückten Hutmacher aus Alice im Wunderland oder den pompösen Kopfbedeckungen beim Pferderennen in Ascot stehen dem erstaunten Gegenüber förmlich ins Gesicht geschrieben: „Plötzlich bist du auf der Feier das Gesprächsthema Nummer eins“, erzählt die 26-jährige Modistin, während sie sich gerade mit einer Engelsgeduld einem leichten Sommerhut in Korb-Optik widmet.

Anja Zerhoch arbeitet im Hut-Atelier von Christine Halbig, wo sie auch ihre dreijährige Ausbildung absolviert hat. In Kürze will sie ihren Meister machen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Regina Reitberger (26) formt, dampft und näht sie im Atelier, während Christine Halbig gerade Kundschaft im Ladengeschäft berät. Promi-Jäger aufgepasst: Dort haben sogar bereits Berühmtheiten wie Thea Gottschalk, Barbara Becker, Philipp Lahm oder die Prinzessin von Bayern Hüte erworben. Nicht ohne Stolz berichtet Anja, wie sie einen ihrer Hüte bei der Fürstenhochzeit in Monaco im Fernsehen entdeckt hat.

Hut auf! Diesen Sommers regieren Trilbys, Canotiers und Pork Pies!

Nach einem erfolgreichen Hut-Verkauf weihen uns die Modistinnen in die Hut-Trends für diesen Sommer ein: Farblich gesehen liegst du jetzt mit Taubenblau, einem zarten Rosa und Kupfer goldrichtig! Beliebt sind Hüte aus Hanf oder Papiergarn mit gehäkelten Elementen. „Die lassen sich auch mal knautschen und zum Transport in der Handtasche verstauen“, erklärt Anja. Dort gehören die herrlichen Hingucker aber selbstverständlich nicht hin, sondern auf den Kopf: Schließlich schützt so ein Hut vor Sonneneinstrahlung und Regen. „Oder auch vor Falten“, witzeln die Modistinnen.

Voll im Trend bist du diesen Sommer mit dem Trilby: Der kleine Herrenhut aus den 30er Jahren, bekannt aus der Jazz- und Blues-Szene, wirkt übrigens gerade bei Mädels supersüß. Der Canotier erinnert ein bisschen an den Hut der venezianischen Gondoliere und sieht unwahrscheinlich stylish zu einem blumigen Sommerkleid oder auch Top und Hot Pants aus. Eine schicke Sonnenbrille dazu rundet das Outfit ab. Mit kleinen, flachen Hüten setzt ihr dieses Jahr tolle Akzente und trumpft auf Hochzeiten, am Badesee oder der nächsten Grillparty fashionmäßig garantiert auf. Auch in diesem Sommer total angesagt sind bei Frauen die ausladenden Floppy-Hüte in 70er-Jahre-Optik. Die Herren der Schöpfung greifen zum Pork Pie, dem runden Hut mit hochgestellter Krempe. Der letzte Schrei auf Hochzeiten oder Sommerfesten für Mädels: der Fascinator, der zugleich freche und elegante Kopfschmuck, wie ihn auch Kate Middleton häufig trägt. Die Ausrede „Ich habe aber kein Hutgesicht!“ lässt Christine Halbig im Übrigen nicht gelten: „Es findet sich für jeden etwas Hübsches!“

Ein Metier für Exoten: das Modisten-Handwerk!

„Modist ist ein exotischer Beruf“, sagt Christine Halbig. Ausbildungsbetriebe sind deswegen dünn gesät. Die Hutmachermeisterin selbst fand über Umwege zu ihrem Traumjob: Zunächst arbeitete sie als OP-Schwester, um dann festzustellen, dass ihr Herz für das Hutmacher-Handwerk schlägt. Ihr Bauchgefühl hat sie nicht getäuscht: Mit ihrem eigenen Laden und Hut-Atelier mitten in der Münchner Innenstadt lebt sie ihren Traum, bildet selbst aus und lehrt an der Deutschen Meisterschule. Aufgrund dessen weiß sie genau, was du für eine Ausbildung zum Modist bzw. zur Modistin mitbringen solltest: „Viel Herzblut, Geduld, Ausdauer und handwerkliches Geschick sind wichtig“, betont sie. Die mitunter sehr kleinteilige Arbeit erfordert ein hohes Maß an Genauigkeit. Ohne Kreativität bist du in diesem Beruf ebenfalls völlig aufgeschmissen: Immer neue Ideen lassen – je nach Kunde – ausgefallene, schlichte, aber auf jeden Fall individuell gefertigte Unikate für deinen Kopf entstehen.

Fotos: Christine Halbig

Samuel Nagel | 10. Juni 2015
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