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Raumausstatter Ausbildung : Lernen in der Schweiz

Raumausstatter Ausbildung : Lernen in der Schweiz

Opernhaus Zürich, Falkenstraße 1: Vier Wochen benutzt Anastasia Thornton den Künstlereingang des größten Musiktheaters in der Schweiz, um an ihren Arbeitsplatz in der Tapeziererei zu kommen. Sie ist in der Raumausstatter Ausbildung im zweiten Lehrjahr und absolviert über das Programm xchange ein Auslandspraktikum in der Schweiz. Über die Mobilitätsberatung der Handwerkskammer Schwaben sicherte sich die junge Handwerkerin während ihrer Raumausstatter Ausbildung diesen ganz besonderen Praktikumsplatz.

Raumausstatter Ausbildung: Polster ist nicht gleich Polster

Klassische Musik klingt durch das Gebäude, Geschäftigkeit auf den Gängen, die dem Besucher wie ein Labyrinth vorkommen, dazwischen zwei Kleiderständer mit Ballett-Tutus und allerorten ein freundliches Grüezi. So präsentiert sich der erste Eindruck in den Katakomben des Opernhauses Zürich.
Anastasia Thornton ist gerade damit beschäftigt eine Sitzfläche zu polstern. „Sitzfläche ist nicht gleich Sitzfläche“, erklärt Robert Ambrus, stellvertretender Leiter der Tapeziererei, der Anastasia während ihres Aufenthaltes in Zürich betreut. Denn es komme sehr wohl darauf an, ob bei der Vorstellung der Künstler darauf sitzt und singt (dann muss die Polsterung härter sein) oder ob bei einer Liebesszene die Protagonisten kuscheln und weich in die Kissen fallen sollen. Oft komme es vor, dass Requisiten aus dem Fundus für eine neue Produktion wieder neu gestaltet werden müssen.

Auch die Schweiz bildet dual aus

In der Schweiz heißt der Beruf des Raumausstatters Innendekorateur und die Ausbildungszeit beträgt vier Jahre. „Wir bilden in der Schweiz wie auch in Deutschland im dualen System aus. Zur praktischen Arbeit in der Werkstätte kommt die Theorie in der Berufsschule sowie eine Blockbeschulung pro Jahr“, berichtet Ambrus, dessen Begeisterung für seinen Beruf auch nach zehn Jahren Dienst im Opernhaus greifbar ist.
Dies scheint auf Anastasia abgefärbt zu haben, denn auch sie ist Feuer und Flamme für diese Tätigkeit und das Praktikum. „Am liebsten würde ich zwei Monate hier bleiben, um noch mehr von diesem Haus sowie von Zürich und der Schweiz kennenzulernen“, sagt sie euphorisch.

Starke Erfahrung in der Raumausstatter Ausbildung

Anderen Auszubildenden kann die sympathische Raumausstatterin den Weg ins Ausland nur empfehlen: „Es ist eine tolle Erfahrung, macht unglaublich Spaß und die professionelle Vorbereitung und Begleitung durch Ulrike Beck von der Handwerkskammer hat mir sehr viel geholfen.“
Auf die Frage, welche Pläne Anastasia für die Zukunft hat, kommt die Antwort spontan: „Nach meiner Ausbildung möchte ich nach Amerika gehen, meine Englischkenntnisse verbessern und weitere Erfahrungen sammeln.“ Na wenn das kein Ziel ist.

Birgit Kirstein | 6. November 2015
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