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Trachtenschneiderin Franziska kennt die Dirndl-Trends

Trachtenschneiderin Franziska kennt die Dirndl-Trends

Ein Dirndl geht immer, oder besser zwei oder drei? Wer es öfter trägt, hat davon gerne mehrere im Schrank. Denn auch hier gibt es Trends, weiß Trachtenschneiderin Franziska. Sie näht die Dirndlträume mit Maschine oder auch von Hand.

Längst gibt es nicht mehr nur die klassische Baumwollvariante. Neue Stoffe, glänzend und gemustert, haben Einzug gehalten. Auch die Farbkombinationen werden immer gewagter. Wir haben die Expertin gefragt: Trachtenschneiderin Franziska. Sie arbeitet bei „Tracht und Handwerk“ von Waltraud Stacheter in Baiern. Im vergangenen Jahr war sie in ihrem Beruf Bayerns beste Gesellin.

Franzi, was ist denn bei den Dirndln momentan besonders angesagt?

Gerade sind die Ton-in-Ton-Modelle gefragt. Das heißt, Oberteil, Rock und Schürze sind farblich ähnlich. Gerne genommen werden die Dirndl in Orange, Rot, Senfgelb und Aquatönen. Außerdem sind Stoffe mit eingewebten Mustern, zum Beispiel im Jacquard-Style, beliebt.

Apropos Stoffe: Aus welchen Materialien sind die Dirndl?

Vorwiegend schon noch aus Baumwolle. Diese Dirndl sind lange haltbar und man kann sie gut waschen. Aber auch Leinen, Wolle, Seide und Kunstfaser sind mit dabei.

Was magst du am liebsten?

Leinen und Wolle. Die Stoffe sind zum Verarbeiten am angenehmsten, weil sie beim Nähen am schönsten liegen. Aufpassen muss ich aber beim Bügeln, dass das Eisen nicht zu heiß ist. Auch mag keiner der beiden Stoffe es, wenn die Nähte zu oft aufgetrennt werden.

Nähst du hauptsächlich mit der Maschine oder auch von Hand?

Meistens mit der Maschine. Bei meinem Gesellenstück, einem Dirndl für mich selbst, habe ich allerdings auch viel von Hand genäht. Da sollte wirklich jedes Knopfloch, jede Rüsche und jede Naht perfekt und ganz sauber gearbeitet sein.

Wie lange brauchst du für ein Dirndl?

Das kommt darauf an, wie aufwändig es ist. Aber ich würde schätzen: zwischen 15 bis 20 Stunden. Es sind viele Schritte nötig vom Abmessen über den Zuschnitt, das Zusammenheften, die erste Anprobe, dass Auseinandertrennen und nochmalige Passendmachen. Dann spielen noch die Verzierungen eine Rolle: Hat das Oberteil ein Schößchen an der Taille, wo überall sollen Rüschen und Borten hin, wie viele Taschen hat der Rock?

Was war dein schönster Auftrag bis jetzt?

Von meinem Gesellenstück abgesehen, die Brautkleider für die eigenen Kolleginnen zu nähen. Das hat riesengroßen Spaß gemacht. Die Kolleginnen haben sich den Stoff, die Nähte, die Knöpfe, Rüschen und Bänder ausgesucht. Beim Schneidern haben wir uns besonders viel Mühe gegeben. Bei der Hochzeit konnten wir die Kleider – natürlich im Trachtenlook – dann live erleben. Wir waren stolz, wie schön sie geworden sind und wussten: Das ist unser Werk.

 

Andrea Lexhaller | 14. Februar 2020
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