Wer eine Lehre beginnt, hat erst einmal bis zu vier Monate Probezeit. Das sagt das Gesetz. Merkst du schon während dieser Zeit, dass dir der Beruf taugt, ist das optimal für dich und den Betrieb. Was machst du aber, wenn du kein so gutes Gefühl hast? Wie man raus kriegt, ob es passt oder nicht, dafür gibt es ein paar Tricks. Die hat Ausbildungsberater Stefan parat.

Jonas – den Namen haben wir uns jetzt mal ausgedacht – wusste, er wollte nach der Mittleren Reife etwas Handwerkliches machen. Er hat schon immer gerne mit verschiedenen Materialien experimentiert. Die nette Dame in der Berufsberatung hat ihm eine Ausbildung zum Metallbauer empfohlen. Das erschien Jonas auch irgendwie cool zu sein. Er bewarb sich bei einem Metallbaubetrieb in der Nähe. Vorher hatte er dort zwei Tage probe gearbeitet und in den Betrieb geschnuppert. Beide Seiten waren zunächst angetan. Jonas startete seine Ausbildung im September. Im Februar dann war klar, dass Jonas der Metallbau doch nicht liegt. „Eigentlich zu spät“, sagt Stefan.

Warum zu spät, Stefan?

Weil die Probezeit vorbei ist. Sie ist dafür da herauszufinden, ob der gewählte Beruf zu einem passt und ob die Chemie zwischen Lehrbetrieb und Auszubildendem stimmt. Wenn nicht, dann können beide Seiten das Lehrverhältnis von heute auf morgen beenden. Danach ist das nicht mehr so leicht.

Wie finde ich heraus, ob es passt?

Zu allererst über das Bauchgefühl. Überleg dir: Gehe ich gerne zur Arbeit? Macht mir die Arbeit Spaß? Komme ich mit den anderen gut zurecht? Bereiten mir die gestellten Aufgaben Schwierigkeiten? Fühle ich mich gut aufgehoben? Das sind schon ganz gute Anhaltspunkte. Am besten ist am Ende jeder Woche ein kurzes Gespräch mit dem Lehrmeister über genau diese Dinge. Fünf Minuten reichen. So staut sich nichts auf. Zur Halbzeit der Probezeit wäre ein längeres Gespräch mit deinem Ausbilder optimal. Danach weißt du, wo du stehst und kannst mit deinem Betrieb zusammen entscheiden, wie es weitergeht.

Was mache ich, wenn mein Lehrmeister das alles nicht tut?

Auf gar keinen Fall die Probezeit stillschweigend zu Ende gehen lassen. Schau nach, wie lang die Probezeit bei dir ist. Kommt dein Lehrmeister nicht auf dich zu, dann trau dich ihn nach einem Feedback zu fragen. Oder bitte deine Eltern mit ihm zu sprechen. Ganz ehrlich: Für deinen Lehrmeister ist es noch wichtiger als für dich, die Weichen für die Lehrzeit richtig zu stellen. Er investiert viel Zeit und Geld in deine Ausbildung. Ist die Probezeit rum und er ist nicht mit dir zufrieden, dann muss er viele rechtliche Hürden nehmen, um dein Lehrverhältnis zu beenden. Als Hilfe für deinen Lehrmeister gibt es bei der Handwerkskammer einen Beurteilungsbogen. Damit fällt ihm das Feedbackgespräch mit dir ganz leicht.

Probezeit
Unbedingt die Probezeit nutzen, empfiehlt Stefan. Foto: © Hwk für Schwaben

Stefan ist Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer für Schwaben in Augsburg. Solche Berater gibt es bei jeder Handwerkskammer. Sie helfen weiter bei allen Fragen und Problemen rund um die Ausbildung. Solltest du also bei der Wahl deines Ausbildungsberufs oder deines Ausbildungsbetriebs unsicher sein, kannst du dich jederzeit an diese Berater wenden.

Viele Informationen rund um die Ausbildung kannst du auch auf der Website der Handwerkskammer finden. Suchst du einen Beruf, der zu dir passt, dann klick dich zum Berufe-Checker.

Titelbild: © Handwerkskammer für München und Oberbayern