Daniel begleitet als Bestatter Verstorbene auf ihrem letzten Weg. Oft ist er für die trauernden Angehörigen die wichtigste Stütze in dieser schweren Zeit. Dass er das sein darf, empfindet er als Ehre. Es macht seinen Beruf unglaublich besonders.

Angefangen hat für Daniel alles 2014 mit dem Tod seines Großvaters. Damals arbeitete er als Gärtner. Als er nach Hause kam, war der Opa bereits abtransportiert. „Ich konnte mich gar nicht verabschieden“, bedauert Daniel. Dass er nicht wusste, was mit seinem Großvater bis zur Beerdigung passierte, ließ ihm keine Ruhe. Schließlich ging er nachfragen bei einem Bestattungsunternehmen in Ebersberg. Dieser Besuch mündete in einem zweiwöchigen Praktikum, das ihn berührte und begeisterte. Kurzerhand kehrte er der Gärtnerei den Rücken und begann eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Heute arbeitet er beim Bestattungsunternehmen Hartl in Prien am Chiemsee.

Daniel, findest du deinen Beruf nicht gruselig?

Nein, überhaupt nicht. Ich biete eine Dienstleistung, die Menschen in einer schwierigen Zeit sehr hilft. Sie beginnt, nachdem der Arzt die Todesbescheinigung ausgestellt hat. Dann fahren wir Bestatter vor Ort und holen den Verstorbenen ab. Wir bringen ihn zu uns, wo er in einem gekühlten Raum aufbewahrt wird. Anschließend besprechen wir mit den Angehörigen, wie die Bestattung ablaufen soll.

Gibt es große Unterschiede?

Hier auf dem Land sind die Bestattungen eher konservativ. Manche möchten, dass der Verstorbene in der Aussegnungshalle aufgebahrt wird, damit sich die Menschen verabschieden können. Andere möchten das nicht. Auch die Dekoration des Sarges und der Aussegnungshalle ist sehr individuell. So habe ich schon den Sarg eines passionierten Golfers mit Rasen ausgekleidet. Die Golfschläger kamen im Sarg neben ihn.

Immer mehr Menschen ziehen eine Verbrennung der Erdbestattung vor …

Dann helfe ich, zusätzlich zum Sarg eine schöne Urne auszuwählen. All diese Dinge geben den Hinterbliebenen das Gefühl, ihrem Angehörigen einen Abschied zu bereiten, der diesem gefallen hätte. Wenn mir die Hinterbliebenen zum Schluss sagen „Das haben Sie richtig schön gemacht“, macht mich das glücklich.

Bestatter
Wunderschön: Blumenblüten zum Abschied. Foto: Daniel Follner

Die Verstorbenen sehen aufgebahrt gepflegt und friedlich aus. Wie bekommt der Bestatter das hin?

Ich wasche sie, rasiere sie, wenn notwendig, und creme Hände und Gesicht mit einem speziellen Balsam ein. Die Haut trocknet nämlich sehr schnell aus. Dann werden sie eingekleidet mit dem, was mir die Angehörigen oder manchmal auch das Pflegepersonal mitgegeben haben. Ich lege sie in den Sarg, so dass sie einen schönen Anblick abgeben. Augen und Mund werden fachgerecht geschlossen.

Riecht es nicht manchmal streng?

Ja schon, aber das ist gar nicht so schlimm. Manche Kollegen tupfen sich Tigerbalsam unter die Nase. Das ist mir zu scharf. Ich atme einmal tief ein und dann ganz normal weiter. Funktioniert gut.

In Münnerstadt gibt es den einzigen Lehrfriedhof der Welt. Warst du auch dort?

Klar. Dort findet ein großer Teil der praktischen Ausbildung statt. Man lernt unter anderem das Graben mit dem Bagger, aber auch, welche Vorschriften es beim Anlegen oder Öffnen von Gräbern gibt. Und davon gibt es reichlich…

Ihr könnt Daniel auch in unserem #echtechten Auto Complete Interview sehen. Du möchtest mehr über diesen mega interessanten Beruf wissen? Dann klick dich in die Berufe-Wiki.