Deutschlands Metzger wollen es der Welt zeigen. Deshalb haben sich elf von den besten zusammen getan. Sie sind das Butcher Wolfpack. Im März waren sie als deutsches Nationalteam zum ersten Mal bei der WBC – der World Butcher Challenge – in Belfast dabei. Steffen Schütze ist einer von ihnen. Wir haben ihn interviewt.

Hallo Steffen, „Butcher Wolfpack“ – cool. Seit wann gibt es dieses Team?

Die Idee entstand vor einem Jahr. Da haben wir uns entschlossen, an der Weltmeisterschaft der Metzger – der World Butcher Challenge – teilzunehmen. Alle im Wolfpack sind auch Mitglieder im Fleischsommelier Deutschland e.V. und zählen zu den Top-Metzgern im Land.

Warum wolltet Ihr bei der Weltmeisterschaft der Metzger dabei sein?

In Ländern außerhalb Deutschlands ist der Beruf des Metzgers hoch angesehen. Da gibt es den Traiteur in Frankreich oder den Master-Butcher in den USA. Beide genießen gesellschaftlich einen exzellenten Ruf. Das wollen wir für Deutschland auch erreichen.

Welche Länder sind gegeneinander angetreten?

Mit dabei waren Neuseeland mit den „Pure Sharp Blacks“, Australien mit den „Australian Steelers“ und Großbritannien mit den „British Beefeaters“. Dazu kamen Irland, USA, Südafrika, Italien, Frankreich, Bulgarien, Brasilien, Griechenland. Und zum ersten Mal eben auch ein Nationalteam aus Deutschland.

Welche Herausforderungen waren zu meistern?

Alle Teams hatten ein halbes Rind, ein halbes Schwein, ein Lamm und fünf Hendl zu verarbeiten. Wir haben daraus in 3 Stunden und 15 Minuten an die 90 verschiedenen Leckereien gezaubert. Das war Adrenalin pur. Beim Training davor haben wir das nämlich kein einziges Mal in dieser Zeit hinbekommen.

Mir läuft das Wasser im Mund zusammen…

Unsere Schmankerl konnten sich schon sehen lassen: Es gab Deftiges wie Rollbraten, aber auch Edles wie Beef Tartar im Martiniglas. Oder verschiedene Bratwürste, rote, weiße und welche mit schwarzen Trüffel. Wir haben die Farben schwarz – rot –gold so hinbekommen, dass wir sie entsprechend der deutschen Nationalflagge präsentieren konnten.

Was war das Beste an dem Event?

Der Austausch mit den anderen Metzgern. Immerhin sind da 120 Fleischverrückte auf einem Haufen. Wenn man sieht, welche Kunstwerke die aus Fleisch herstellen, das ist schon super. Auch wie sie was machen. Da kann man sich vieles abschauen und ganz neue Rezepte kennenlernen.

Wie sieht die Zukunft aus?

Natürlich ist das Butcher Wolfpack bei der nächsten Weltmeisterschaft 2020 wieder dabei. Außerdem möchten wir die neuen Kontakte nutzen, um unseren Azubis Praktika im Ausland zu ermöglichen. Unser Traum ist eine internationale Ausbildung, die ganz neue Horizonte eröffnet.

Mehr zum Thema Metzger findet Ihr im Berufe-Wiki.