Als Dachdecker arbeitet Jakob bei Wind und Wetter draußen. Gerade das ist das Schöne an dem Beruf, findet er. Er möchte nicht jeden Tag in einem stickigen Büro verbringen müssen. Auch die Höhe findet Jakob cool.

Morgens um Viertel nach sieben in Lindau: Die Luft ist frisch, der Himmel strahlt blitzblau. Ein leichtes Lüftchen fächelt durch die Bäume und lässt die Blätter rascheln. Gibt es etwas Schöneres? Für Jakob nicht. In der kommenden halben Stunde wird er helfen, das Material für den heutigen Auftrag zusammenpacken. Jakob arbeitet beim Dachdeckerbetrieb Wagenknecht & Sohn. Danach startet die dreiköpfige Mannschaft in den Tag, den sie draußen verbringen wird – auf dem Dach eines Einfamilienhauses. Dort sollen schadhafte Stellen ausgebessert werden.

Traumtage contra Schneegestöber

An einem Sommertag wie heute steht Jakob dann auf den Tritten und klopft Nägel in die neue Lattung. An solchen Tagen muss zusätzlich eine Sonnenbrille her. „Wenn ich weiße Styroporplatten zum Dämmen aufbringe, geht es nicht ohne“, grinst er und erklärt: „Das blendet sonst zu sehr.“

Klar erwischt Jakob nicht immer einen solchen Traumtag. Oft ist es bedeckt. Manchmal regnet es. „Nieselregen macht mir nichts aus. Dann gibt es halt eine Regenjacke an“, zuckt er mit den Achseln. Die Arbeitshose bleibt dieselbe. Die ist sehr derb. Jakob braucht sie wegen der vielen Taschen, in die er sein Werkzeug steckt. Dazu gehören verschiedene Hämmer, Zange und Meterstab. Wenn es richtig schüttet, gehen die Dachdecker nicht nach oben. Gleiches gilt bei Schneefall. Egal wie das Wetter ist: Jakob arbeitet immer gesichert. Dafür gibt es spezielles Gurtzeug und Seile.

Als Dachdecker liebt Jakob die Höhe

Als Dachdecker muss man die Höhe aushalten können. Jakob liebt sie. Für ihn ist sie mit ein Grund, warum er seinen Beruf ausgesucht hat. „Über allem zu sein, das ist einfach mega“, sagt er begeistert. Außerdem schätzt er die Vielseitigkeit: heute ein Flachdach, morgen ein Steildach. Bei jedem Auftrag kommen andere Materialien zum Einsatz. Das können verschieden farbige Ziegel sein, Bitumen oder PVC-Bahnen. Es gibt auch wunderschöne Dächer aus Schiefer und Kupfer. Und es wird immer digitaler. Manche Betriebe nutzen inzwischen Drohnen, um Aufträge vorzubereiten oder sie zu dokumentieren.

Willkommen im Team

Natürlich muss ein Dachdecker körperlich fit sein, denn hin und wieder heißt es schon zupacken. Allerdings musst du kein Muskelprotz sein. Vielmehr ist Köpfchen gefragt. Die wirklich schweren Arbeiten erledigen inzwischen Maschinen. Deshalb ist der Beruf auch durchaus was für Mädchen. Ganz wichtig ist, dass du gerne im Team arbeitest, denn ein Dachdecker arbeitet niemals allein. Bei der Arbeit in der Höhe muss er sich hundertprozentig auf seine Kollegen verlassen können.

Auch Jakob ist ein absoluter Teamplayer. Er hat die Ausbildung ursprünglich begonnen, weil er zur Berufsfeuerwehr wollte und die meist eine Berufsausbildung voraussetzt. Nun möchte er lieber weiter als Dachdecker arbeiten. Kein Wunder: Er war bei der Gesellenprüfung im Bezirk Schwaben im vergangenen Jahr der Beste seiner Zunft. Im Herbst startet er seine Meisterausbildung.

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Dachdecker
Natur pur: Schiefer. Foto: ZV des deutschen Dachdeckerhandwerks
Dachdecker
Ziegel auf Ziegel. Foto: ZV des deutschen Dachdeckerhandwerks