Zunächst wollte Emma Modedesign studieren. Dafür benötigte sie allerdings ein Praktikum. Das hat sie schließlich zu ihrer Ausbildung zur Maßschneiderin und ihrem jetzigen Betrieb „Trendatelier Brandler“ geführt.

Emma stellte nämlich ziemlich schnell fest, dass sie das Arbeiten mit der Hand im Vergleich zur klassischen Designarbeit (Zeichnen und Entwerfen) interessanter findet. Emma sagt, dass ihr in ihrem Beruf nie langweilig wird: „Ich gehe jeden Morgen in die Arbeit und am Ende des Tages habe ich ein fertiges Teil in der Hand. Und wenn sich die Kundin über ihr neues Kleid freut, dann ist das super erfüllend. Einfach ein schöner Beruf!“

Emma bei einem Workshop mit Helga Freier.

Jugendwettbewerbe: Raus der Komfortzone und sich selbst herausfordern

Am meisten Spaß hat Emma beim Umsetzen ihrer eigenen Ideen, beim Testen neuer Schnitte und generell beim sich-selbst-ausprobieren. Emma findet, dass sie extrem viel durch die Wettbewerbe lernt, an denen sie teilnimmt, wie zum Beispiel beim Jugendwettbewerb des Maßschneiderhandwerks Bayern im Münchner Stadtmuseum, der im Mai stattfand. Sie übt dadurch, selbstständig zu arbeiten und nach eigenen Lösungen zu suchen. Außerdem probiert sie neue Stoffe oder Schnitte aus, die sie üblicherweise nicht wählen würde. Kurz gesagt verlässt Emma mit Hilfe der Jugendwettbewerbe ihre gewohnte Komfortzone und fordert sich selbst heraus.

Emma bei der Medaillenvergabe

Inspirationen für ihr Design in der Kategorie „Klassisch“

„Ich wollte ein Outfit entwerfen, das elegant, sportlich und zugleich in sich stimmig ist. Deshalb habe ich einen Trenchcoat, der sportliche Eleganz ausstrahlt und ein Korsagen-Kleid aus Spitze mit eingesetzten Cups, was sehr elegant wirkt, entworfen. Das waren auch Kleidungsstücke, die ich vorher noch nie geschneidert habe. Ich habe ungefähr 70 Stunden für die Fertigung inklusive vorherigem Ausprobieren benötigt.“ Im Trenchcoat hat Emma elegante Materialien, wie einen Seide-Wolle Mischstoff (hat einen leichten Glanz) und im Kleid ein paar sportliche Elemente, wie beispielsweise einen Metallreißverschluss hinten am Rücken verarbeitet.

Emma beim Jugendwettbewerb „Klassisch“ des Landesverband Bayern. Hier zeigt sie ihren Trenchcoat.

Was für ein Gefühl war es, den Wettbewerb zu gewinnen?

„Ehrlich gesagt waren die paar Wochen vor dem Wettbewerb unglaublich anstrengend, mit Nachschichten und allem. Und als dann klar war, dass ich gewonnen hatte, war ich natürlich überwältigt, aber so richtig realisiert habe ich das erst am nächsten Tag.“

Die glückliche Gewinnerin mit ihrer Chefin beim Jugendwettbewerb „Klassisch“ des Landesverband Bayern. Hier könnt ihr das Korsagen-Kleid sehen.

Wichtige Fähigkeiten für das Maßschneiderhandwerk

„Die wichtigsten Werkzeuge eines Maßschneiders sind die Hände, Nähmaschine, das Bügeleisen und der Stoff. Geduld, Genauigkeit, mathematisches Geschick – wenn man sich für Schnitte interessiert – und ein Gespür für Mode und Stoffe sind ebenfalls wichtig. Zudem sollte man seinen eigenen Stil entwickeln und ihm treu bleiben.“

Mehr Infos zum Maßschneiderberuf findest du in unserem Berufe-Wiki.

Das Atelier Brandler, der Arbeitsort von Emma.
Emmas Probe einer Spitzenapplikation auf dem Wettbewerbsteil.
Fotos: ©Emma Walter