Du kannst dich bei der Berufswahl nicht entscheiden? Einerseits liebst du Technik, hast aber auch ein Faible für Süßes? Dann mach es wie Benedikt. Er ist Konditor und hat einen 3D-Printer für Schokolade gebaut. Seitdem gibt es chocolate3.

Schokolade aus dem 3D-Drucker, ob die wohl schmeckt? Das war unser erster Gedanke. Als wir dann aber die zartschmelzenden Schokotropfen auf der Zunge hatten, war jeder Zweifel verflogen. „Die Kuvertüre, die ich verwende, kommt aus der Schweiz“, grinst Benedikt. „Sie wurde sogar schon als beste Kuvertüre der Welt ausgezeichnet“, erklärt er. Durch die zarten Wände von Benedikts Druckerzeugnissen schmeckt sie dreimal so lecker, zum Beispiel, wenn Schrift geprintet wird. Das kann „Danke“ sein, „Love“ oder ein ganz individuelles Motiv. Das schmückt dann vielleicht eine Hochzeitstorte oder eine Firma verwendet es als Give-away oder Werbegeschenk. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Lieber Konditor als Physiker

Benedikt steht noch ganz am Anfang. Sein Unternehmen chocolate3 gibt es erst seit Juni 2018. Wie es dazu kam? „Ich konnte mich nach dem Abi lange nicht entscheiden, ob ich Physik studiere oder meiner Leidenschaft für Süßes nachgebe“, erzählt er. Mit 14 Jahren fertigte er daheim seine ersten Pralinen. Das Rezept hatte er von seinem Vater. Der meinte, backen könne Benedikt ja schon. Jetzt solle er mal was anderes ausprobieren. Das Süße siegte. Benedikt entschied sich für eine Ausbildung zum Konditor. Nach vier Jahren Arbeitens in Deutschland und Österreich legte er seine Meisterprüfung ab. Während dieser Zeit kam er das erste Mal mit einem 3D-Drucker in Berührung. Die Idee Schokolade zu drucken war geboren.

Schokolade ist flüssiger als Kunststoff

Benedikt hat den Drucker selbst entworfen und gebaut. Dabei kam ihm sein gutes Technik-Grundverständnis zugute. „Die Herausforderung bei Schokolade ist, dass sie viel flüssiger ist als der Kunststoff, der normalerweise im 3D-Druck verwendet wird“, erklärt er. Schritt für Schritt hat er den Drucker angepasst. „Am Ende möchte ich jede Art von Schokolade verarbeiten können“, betont er. Dann soll es mehrfarbige Motive geben und noch detailgetreuere Abbildungen, vielleicht auch gefüllte Pralinen. Sein Traum ist es, ein Brautpaar auf Basis eines 3D-Scans der echten Personen zu drucken, in dunkel und weiß.

Außerdem kann er sich auch vorstellen, seine 3D-Drucker später samt Knowhow zu verkaufen. Dann aber mit einem Partner, der die Geräte baut. „Hotels und Restaurants haben schon angefragt, weil sie die Idee so toll finden“, freut er sich. Allein wird er deren Bedarf nicht bedienen können, denn das Drucken dauert seine Zeit. Für ein „Danke“ zum Beispiel benötigt Benedikt etwa 20 Minuten. Würde er einen Becher drucken wollen, wäre der Printer an die drei Stunden in Betrieb.

Wir sind sehr gespannt, wie es weitergehen wird! Für seine Idee hat Benedikt vor kurzem übrigens den Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk erhalten.

Viele tolle kreative Berufe im Handwerk findest du in der Berufe-Wiki.