Kaminkehrer bringen Glück. Bei Ramona stimmt das gleich in doppelter Hinsicht. Sie ist selbst Schornsteinfegerin und wurde 2018 zur Miss Handwerk gekürt. Mit ansteckend guter Laune und einer Menge Enthusiasmus für ihren Beruf ist sie genau die richtige Glücksbotin für ein erfolgreiches neues Jahr!

Wer hätte das gedacht? Sie selbst wohl am wenigsten. Denn eigentlich wollte Ramona nur beim Casting für den Kalender „Germany’s Power People“ mitmachen. Dieser wird jedes Jahr neu aufgelegt. Er zeigt Menschen, die für ihren Beruf brennen. Die zwölf ausgewählten Handwerkerinnen und Handwerker werden im Internet präsentiert. Aus ihrer Mitte werden jedes Jahr per Online-Voting Miss und Mister Handwerk gekürt. Sie dürfen dann ein Jahr lang als Botschafter für das Handwerk und ihren Beruf auftreten.

Ramona hat sich kolossal gefreut, als sie im März 2018 als die weibliche Gewinnerin des Wettbewerbs fest stand. Schnell ging es zu verschiedenen Events und Fotoshootings. Zu den Highlights zählten für die Kaminkehrerin die Gewinnerreise nach Cannes in Frankreich und der Empfang, den die Stadt Coburg ihr zu Ehren nach der Wahl zur Miss Handwerk abhielt. „Der Oberbürgermeister und der Präsident der Handwerkskammer haben mir gratuliert! Das war schon wow“, schwärmt sie.

„Etwas machen, was andere nicht machen“

Ramona hat viel Leidenschaft für das Handwerk generell und für ihren Beruf im Besonderen. „Als Schornsteinfegerin mache ich etwas, was andere nicht machen“, betont sie. Und sagt: „Es ist viel Fachwissen über Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen notwendig. Die Technik ändert sich ständig. Ebenso gibt es immer neue Vorschriften und Grenzwerte. Da muss man am Ball bleiben.“ Das bedeutet für sie einmal im Jahr eine Woche Schulung im Aus- und Fortbildungszentrum der Innung in Mühlbach. Als Kaminkehrerin muss sie sich bei der Arbeit streng nach den aktuellen bau- und umweltschutzrechtlichen Vorgaben richten.

Kaminkehrer sind Energie- und Brandschutzexperten

Das Reinigen von Feuerungsanlagen und Rauchableitungen, wie der Kamin auf Fachchinesisch heißt, macht inzwischen nur noch einen Teil der Arbeit aus. Kaminkehrer beraten auch, wie sich in Gebäuden Energie einsparen lässt, wie der Brandschutz verbessert werden kann und was man für den Klimaschutz tun kann. Ramona mag die Abwechslung, dass sie jeden Tag unterwegs ist, nicht unentwegt am Schreibtisch sitzen muss, den Kontakt mit den Leuten. Seit ihrer Wahl zur Miss Handwerk hat sich das Verhältnis zu den Kunden noch weiter verbessert. „Manche sind richtig stolz, dass Miss Handwerk ihren Schornstein reinigt“, verrät sie schmunzelnd.

„Die Arbeit eines Handwerkers ist kein Larifari“, das immer wieder klarzustellen, ist ihr enorm wichtig. Sie ist ihren Eltern sehr dankbar, dass sie sie nach der mittleren Reife zu einer Lehre überredeten, obwohl ihr auch ein Studium im Kopf herumspukte. „Das könnte ich jetzt immer noch machen, aber eigentlich füllt mich mein Beruf total aus“, sagt sie. Eher möchte sie die Meisterprüfung ablegen und später selbstständig für ihren eigenen Bezirk zuständig sein.

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