Philipps Spezialität ist das Spachteln von Wänden. Durch seine Kreativität entstehen Räume mit besonderem Flair und tollen Hinguckern. Außerdem macht er den Familienbetrieb digital fit.

Wände mit Struktur, glänzend oder matt, in satten, leuchtenden Farbtönen oder in eher zurückhaltenden hellen Nuancen, dafür mit exklusivem Schimmer – Philipp liebt es, mit Kalkputzen und Spachteltechnik zu arbeiten. Dann läuft er zu Hochform auf. Oft wird mit einer Hartgummiwalze ein Muster in den Kalkputz gedrückt. „Dafür braucht es Fingerspitzengefühl“, weiß Philipp. Später wird das Ganze noch geschliffen und gestrichen. Soll das Ergebnis glänzen, bringt er zusätzlich eine dünne Wachsschicht auf. Spektakuläres Beispiel: eine Wand im Kroko-Look.

Weltweit fachsimpeln per Instagram

Den Input zu dieser außergewöhnlichen Gestaltungsvariante bekam er über Instagram. Dort hatte ein Malerkollege aus Miami ein Bild von einer solchen Wand gepostet. „Echt stark“, erzählt Philipp. Er nahm Kontakt auf. Bald fachsimpelten die beiden online und auf Englisch über die Technik. Der amerikanische Malerkollege verriet Philipp, dass er einen speziellen Putz aus Italien verwendet. Nach einem Seminar bereichert dieser Putz nun das Angebot des Münchner Malerbetriebs Zenglein von Philipps Vater. Die Kunden sind begeistert.

Lieber Maler als im Online-Marketing

Philipp ist mit Herzblut Maler, inzwischen sogar Meister – obwohl er erst 23 Jahre ist. Das Kreative liegt ihm. Tatsächlich hat er sich gegen Ende seiner Schulzeit an der Fachoberschule mit dem Gedanken getragen, Betriebswirtschaft zu studieren und im Online-Marketing zu arbeiten. Daran reizte ihn vor allem der professionelle Umgang mit den sozialen Medien. „Das habe ich mir inzwischen aber selbst beigebracht“, lacht er. Mit seinem Wissen hat er das väterliche Geschäft digital auf Vordermann gebracht. Der Malerbetrieb Zenglein erhielt ein neues Logo, verfügt nun über eine suchmaschinenoptimierte, wunderschöne Website und ist – logisch – auf Instagram dabei. Immer wenn es sich auf einer Baustelle lohnt, schießt Philipp Fotos und postet sie unter „malermuenchen“. Das hat ihm schon über 1000 Follower gebracht.

Genau der richtige Mix

Um sein vorhandenes betriebswirtschaftliches Wissen zu festigen, hat er sich im vergangenen Jahr für die Fortbildung zum Betriebswirt des Handwerks eingeschrieben. Die läuft nun in Teilzeit nebenher. Das und seine Arbeit bei den Kunden vor Ort bieten genau den richtigen Mix. Was ihn nicht davon abhält, weitere Pläne für den Betrieb zu schmieden. So könnte er sich vorstellen, Möbelstücke wie Sideboards, Ablagen, Regale oder Wandpaneele mit einer ähnlichen Oberfläche zu versehen wie seine Wände. „Damit könnte man einen Raum entweder einheitlich gestalten oder besondere Highlights setzen“, führt er seine Idee aus. Für uns hört sich das mega interessant an. Es heißt also am Ball bleiben, am besten per Instagram.

Mehr Infos zum Malerberuf findest du in der Berufe-Wiki.