Die Gondel überwindet knapp 2000 Meter in nur einem Abschnitt und hängt auf einer Länge von 3213 Metern frei in der Luft. Das Meisterwerk Zugspitzbahn sucht weltweit seinesgleichen. Natürlich war und ist jede Menge Handwerk daran beteiligt.

Eine Baustelle auf fast 3000 Metern Höhe, das ist eine Herausforderung. Die körperliche Arbeit ist anstrengend. Dazu kommen Wetterbedingungen, die schnell wechseln können, und die ausgesetzte Lage. Auch der Materialtransport ist schwierig und muss genau getimt sein. Es ist klar: Das Ganze ist ein Mammutprojekt, das weltweit seinesgleichen sucht. Mit 127 Metern verfügt das Meisterwerk Zugspitzbahn über die höchste Stahlbaustütze für Pendelbahnen, die es gibt. Wow!

Staunen lässt einen auch die Architektur der Tal- und Bergstation der neuen Zugspitzbahn, bei der ganz viel Glas verbaut wurde. Seit der Inbetriebnahme im Dezember 2017 hat, wer on „Top of Germany“ möchte, bereits beim Einstieg freie Sicht auf Eibsee und Zugspitze. Oben angekommen, spaziert Ihr über vollverglaste Bahnsteige. Und natürlich gibt es auch bald einen neuen, modernen Gastronomiebereich.

Moderne Holzeinbauten aus Mittenwald

An dem wird noch gearbeitet, zum Beispiel von den Mitarbeitern der Schreinerei Fichtl aus Mittenwald. Die waren und sind teilweise noch mit den Holzeinbauten sowie den Wand- und Deckenvertäfelungen im neuen Bergrestaurant, dem Kiosk im Tal, dem Gipfel-Shop und den Sozialräumen voll ausgelastet. Der Transport von Werkstoffen und Teilen erfolgte über eine separate Materialbahn, später auch über die neue Gondel. „Das war spannend“, erzählt Georg Fichtl. Los ging’s oft schon morgens um sieben. Was, wie viel und wann zum Transport anstand, musste zwei bis drei Tage vorher bei der Zugspitzbahn angemeldet werden.

Fußböden vom Profi aus Grainau

„Manchmal haben um die zehn Gewerke gleichzeitig am selben Ort gearbeitet. Da musste man sich immer wieder absprechen“, verrät Raumausstatter Wilhelm Kraus aus Grainau. Ausgemacht hat ihm das nichts. Dafür durfte er ja mit seinem Team an einem Megaprojekt mitwirken. Kraus hat den Nadelfilzboden in der Berg- und Talstation verlegt und den Holzboden im Gastronomiebereich am Gipfel – eine Riesenfläche. Das mit dem Holzboden war besonders tricky, denn die Luftfeuchtigkeit in der Höhe ist viel niedriger als im Tal. Also musste das Material schon vorher nach oben gebracht und gelagert werden – um zu verhindern, dass nach dem Verlegen Fugen zwischen den Holzdielen entstehen.

Wie viel Planung im Großen, wie viel Abstimmung im Kleinen, wie viele abertausend fachkundige Handgriffe in einer solchen Riesenbaustelle stecken, mag man sich kaum vorstellen. Einen Einblick bekommt Ihr im Bautagebuch auf der Website der Zugspitzbahn. Logisch, dass neben der Schreinerei Fichtl und der Raumausstattung Kraus noch andere Handwerksbetriebe dabei waren wie die Spenglerei Maurer, die Elektro Hofmann GmbH oder die Elektro- und Solartechnik Mittermeier GmbH, die alle aus Garmisch-Partenkirchen kommen.

Ihr wollt auch bei so etwas mitmachen? Der passende Handwerksberuf macht’s möglich. Ihr findet ihn im Berufe-Checker.