Klar, Corona wirkt sich auch auf die Ausbildung aus. Manches läuft anders ab als sonst. Im findigen Handwerk gibt es allerdings auch dafür kreative Lösungen. Lass dich also nicht von einer Ausbildung abhalten! Vor dem Lockdown light hat der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben deswegen die besten 57 Gesellinnen und Gesellen des Kammerbezirks besucht.

Es kann keine Feier geben für die 57 besten GesellInnen des Kammerbezirks? Keinen roten Teppich, keine Häppchen, keinen lockeren Austausch am Büffet? Das mochte Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, nicht akzeptieren. Kurzerhand begab er sich auf eine mehrtägige Tour durch ganz Schwaben und übergab die Siegerurkunden persönlich. „Unsere Kammersiegerinnen und Kammersieger sind tolle Vorbilder. Sie haben super Leistungen gebracht. Das muss gewürdigt werden“, erklärte er die Aktion.

Feiern im Betrieb

Die geehrten Kammersieger fanden die Idee super. „Klar war es schade, dass die Abschlussfeier nicht stattfinden konnte. Auch die Abschlussfahrt wurde zwei Tage vor dem Start abgesagt“, erzählt beispielsweise Mitja. „Dafür haben wir aber den Präsidenten der Handwerkskammer persönlich kennengelernt.“ Mitja hat seine Ausbildung zum Steinmetz, Fachrichtung Steinbildhauer, im Steinmetzbetrieb von Martin Wiesenmayer im Allgäu absolviert. Zusammen mit seinem Kollegen Jonas, der als Steinmetz, Fachrichtung Steinmetz, seine Prüfung abschloss, schnitt Mitja in seiner Fachrichtung als bester Geselle ab.

Dass Corona seine Ausbildung beeinträchtigt hat, mag er nicht bestätigen. „Während der ÜLU wurde ein Block nach hinten geschoben, zugegeben. Allerdings hatte das für mich keine Auswirkung. Ich hatte den Kurs schon vorher gemacht“, erzählt er. Die Berufsschule stellte den Azubis außerdem alle Skripte für die theoretische Prüfung zur Verfügung. Der praktische Unterricht jeweils mittwochs lief bis kurz vor der Prüfung normal weiter. Deshalb fühlte sich Mitja gut vorbereitet. „Schule und Lehrer haben wirklich sehr darauf geachtet, dass bei den Inhalten nichts fehlte“, lobt er. Wichtig für den Erfolg ist es seiner Meinung nach vor allem mit Herzblut bei der Sache zu sein.

Corona
Wenn der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben Hans-Peter Rauch persönlich vorbei kommt: Straßenbauer Jonas (Mitte) stolz mit seinen Chefs Hans (2.v.li.) und Wolfgang Gabriel (ganz rechts). Foto: Handwerkskammer für Schwaben

Tolle berufliche Perspektive

Auch Jonas, Kammersieger bei den Straßenbauern, findet, dass man trotz Corona bestens eine Ausbildung beginnen kann. „Fachkräfte werden immer gebraucht – auch jetzt!“, sagt er mit Nachdruck. Seine Gesellenprüfung fand im Juni statt. Da hatten sich die Infektionszahlen gerade auf einem relativ niedrigen Niveau eingependelt. „Trotzdem gab es während der Prüfung kein Mittagessen wie sonst“, erzählt er. Auch die übliche Vorbereitung ein bis zwei Tage vor der Prüfung wurde gecancelt. Was ihn nicht davon abgehalten hat, sein Gesellenstück – einen Gehweg mit Randstück und Rinne – perfekt zu pflastern. Zu dieser Leistung hat Jonas auch sein Ausbildungsbetrieb, die Hans Gabriel Bauunternehmen GmbH in Buchloe, motiviert. Dieser bietet ihm nämlich eine tolle berufliche Perspektive. „Ich studiere jetzt Bauingenieurwesen und kann dort danach als Bauleiter anfangen“, freut er sich.

Kleine Anmerkung: Bei der Aktion hatte Präsident Hans-Peter Rauch großes Glück, dass die Infektionszahlen zu diesem Zeitpunkt noch niedrig waren. Jetzt müsste er wohl auf digitale Glückwünsche zurückgreifen.

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