Die Fußsohlen des einen lieben Holzdielen. Die des anderen laufen lieber auf flauschigem Teppich. Einer, der sich mit den verschiedensten Böden auskennt, ist Parkettleger-Meister David.

David ist ein Mensch, der gerne vorankommt. Stehenbleiben ist nicht seins: Deshalb entschied er sich nach dem Abi kurzerhand für eine Lehre zum Parkettleger. Den Beruf kannte er schon von seinem Vater. Noch während der Schulzeit half er im Betrieb aus, war auf den Baustellen unterwegs. Er wusste, das würde ihm Spaß machen. „Parkettleger verlegen nicht nur Holzböden, sondern alles bis auf Fliesen“, erklärt er, von Laminat über Kork, Kautschuk, PVC bis hin zum Teppich. Dadurch ist die Arbeit sehr abwechslungsreich. Davids Begeisterung postet er auch  auf Instagram. Und es braucht Köpfchen, denn am Anfang muss genau geplant werden.

Messen und berechnen

David muss die Räume erst vermessen. Dann berechnet er, wie viel Material er benötigt. „Mit Mathe darf man als Parkettleger nicht auf dem Kriegsfuß stehen“, grinst er. Nichts wäre ärgerlicher als am Ende des Auftrags festzustellen, dass das Material nicht reicht. Auch die Feuchtigkeit der Räume muss vorab geprüft werden. Denn das Holz kann aufquellen und sich unschön nach oben wölben. Dann muss alles wieder rausgerissen werden. Gerade im Neubaubereich kann das schnell passieren. Schließlich werden Estrich und Putz mit viel Wasser gemischt.

Schleifen und versiegeln

Meistens verlegt David Fertigparkett. Das besteht entweder aus zwei oder drei Schichten. „Je mehr Schichten, desto größer ist die Biegesteifigkeit“, erklärt David. Von dieser hängt es ab, ob ein Parkett verklebt oder schwimmend, also lose, verlegt wird. Die oberste Nutzschicht kann aus verschiedenen Holzarten bestehen. Gerne genommen wird Eiche, da sie sehr hart ist. Aber es gibt auch Ahorn, Birke, Lärche, Nussbaum und viele andere mehr. „Ist die Nutzschicht dick, hat das den Vorteil, dass man sie öfter abschleifen kann“, erklärt David. Danach wird der Boden versiegelt und sieht aus wie neu. Davids wichtigstes Gerät ist – nach dem Staubsauger – die Einscheibenschleifmaschine. Je nach Aufsatz kann er mit ihr schleifen oder zum Beispiel Öl in die Holzschicht einmassieren.

Königsdisziplin Muster

Und dann ist da noch das Massivholzparkett. Das hat keine Schichten, sondern besteht durchgehend aus einer Holzart. „Die Elemente sind zwischen 16 und 22 Millimeter dick. Sie werden über Nut und Feder zusammengesteckt“, erläutert David. Man kann sie im Gegensatz zum Fertig- oder Mehrschichtparkett auch nageln oder schrauben. Zu Davids Highlights gehörte ein Stabparkett aus Massivholz, das er in Fischgrät-Optik für einen Kunden in München verlegt hat. Muster sind die Königsdisziplin für einen Parkettleger. Davids Meisterstück ist ein super Beispiel dafür. Es zeigt ein wunderschönes Mosaik.

Den Meisterkurs hat David direkt an seine Lehre dran gehängt. „Klar hatte ich nicht so viel praktische Erfahrung wie ein Geselle, der schon drei bis vier Jahre gearbeitet hat“, gibt David zu. Dafür tat er sich mit der Theorie leichter. „Das Wissen war noch frisch“, lacht er. Für ihn war das genau der richtige Weg. Immerhin war er der beste Geselle im Kammerbezirks und der zweitbeste in Bayern. Und das, obwohl seine Lehrzeit als Abiturient nur zwei statt drei Jahre betrug.

Ob der Beruf Parkettleger etwas für dich wäre, kannst du im Berufe-Checker herausfinden.