Florians Lieblingsmaterial ist Leder. Der Raumausstatter-Meister ist dem Werkstoff seit jeher verfallen. Schon während seiner Lehre hat er in seiner Mittagspause kleine Täschchen genäht.

Freie Tage hat Florian nicht selten lieber als Praktikant bei Feintäschnern oder Autosattlern verbracht anstatt am See zu chillen. Wenn er in ferne Länder gereist ist, zog es ihn immer auch dorthin, wo Leder verarbeitet wurde. „Als Raumausstatter arbeitet man viel mit Stoff, polstert Möbel, näht Vorhänge, bespannt Wandverkleidungen, verlegt Böden“, erzählt Florian. „Für mich war und ist das schönste Material aber immer das Leder.“

Wohnrauminterieur aus Leder

Diese Leidenschaft hat sich inzwischen voll Bahn gebrochen. Florian hat sich mit Wohnkultur Wöretshofer ein eigenes Standbein geschaffen. Dort können sich seine Kunden jegliches Wohnrauminterieur beledern lassen, von der Barumrandung über Möbel bis zum Bilderrahmen. Florian kreiert aber auch Taschen und Mappen.

Eins mit Sternchen für Raumausstatter Florian

Wie gut er in Sachen Leder ist, hat Florian schon bei seiner Meisterprüfung als Raumausstatter gezeigt. Dort hat er mega gepunktet mit seiner schwarzen Ledercouch im Retrostyle und seinem Intarsienboden aus Leder. Eins mit Sternchen befanden die Prüfer. Absolute Hingucker, finden wir! Ebenso wie die Wandverkleidung aus Samtstoff, die ein Autohaus aus Garmisch-Partenkirchen und Penzberg bei ihm in Auftrag gegeben hat. Die Knöpfe sind mit Leder bezogen. In der Mitte befindet sich das Emblem der Automarke. Jeder einzelne Knopf ist handgefertigt. „Das Prägen war Millimeterarbeit“, betont Florian.

Von robust bis weich

Welches Leder zum Einsatz kommt, hängt davon ab, was gefertigt werden soll. „Das Leder für einen Türgriff muss robust sein“, erklärt Florian. Gleiches gilt zum Beispiel für ein Portemonnaie. Dafür verwendet er gerne französisches Ziegenleder. „Das ist dünn, aber formstabil. Außerdem kann man es abwischen, ohne dass es die Farbe verliert. Und es lässt sich gut mit Hand nähen“, erläutert Florian seine Wahl. Außerdem hat der Raumausstatter ein Schlampermapperl zum Selbernähen kreiert. Hier ist das Leder eher weich und geschmeidig. Florian war wichtig, dass es aus der Umgebung stammt und pflanzlich gegerbt wurde. „Mit der Zeit wird es Patina entwickeln – was es darf und soll“, schmunzelt er. Für seine Schlampermapperl, aber auch andere Produkte aus heimischem Leder und Filz, hat Florian sogar eine eigene Marke kreiert.

Gestaltung will gelernt sein

Worauf er achten muss, damit Produkte beim Kunden gut ankommen, das hat er an der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer für München und Oberbayern gelernt. Dort hat er nach seiner Meisterausbildung eine Fortbildung zum Gestalter im Handwerk absolviert. „Der Kurs war super. Er hat mir ganz neue Blickwinkel eröffnet. Und ein Bewusstsein dafür, was meine Arbeit ausmacht“, betont er.

Du kannst dir auch vorstellen, als Raumausstatter zu arbeiten? Viele Infos über diesen Beruf findest du in der Berufe-Wiki.