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Schreiner Ben: Erfolg in Holz

Gehst du gerne campen? Schreiner Ben hat ein dafür echt cooles Teil gebaut: eine Campingküche aus Nussbaumholz.

Dass das Material Holz seine Bestimmung ist, hat Ben schon als Kind gewusst. Seitdem er zwölf ist, fertigt er auf der eigenen Drechselbank Salatschalen, Schmuckschatullen, Würfelbecher und Flaschenöffner. Trotzdem hat er nach der Mittleren Reife ein Jahr lang in verschiedene Handwerksberufe hineingeschnuppert. Und ist dann zum Holz zurückgekehrt mit einer Ausbildung zum Schreiner bei Steiger & Lankes in Hohenschäftlarn. Im vergangenen Jahr hat Ben seine Gesellenprüfung mit Bravour bestanden und wurde übernommen. Sein Gesellenstück war die Campingküche.

Mit seiner Leidenschaft für Holz holte er zuerst bei der oberbayerischen, danach bei der bayerischen Meisterschaft der Schreiner den ersten Platz. Eigentlich sollte Ben nach diesen Erfolgen auch am Bundeswettbewerb in Bad Wildungen teilnehmen. Dieser wurde wegen Corona jedoch von Herbst 2020 auf Mai 2021 verschoben. Ob und wie er tatsächlich stattfinden wird, ist noch nicht sicher.

Hey Ben, hast du schon mit der Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft begonnen?

Nein (grinst). Damit starte ich einen Monat vorher. Dann werde ich zum Üben ein kleines Möbelstück schreinern. Außerdem habe ich mir vorgenommen, die verschiedenen Holzverbindungen zu üben, zum Beispiel Schwalbenschwänze oder Fingerzinken. Ich bin aber ganz entspannt.

Woran arbeitest du aktuell?

Bis vor kurzem habe ich an einer großen Briefkastenanlage für ein Haus in München mitgearbeitet. Das Gestell war aus Messing, die Korpusse aus schwarz gebeizter Eiche. Außerdem sind wir dabei, die Türen und Fenster eines großen Altbaus in München zu erneuern. Da müssen Füllungen rekonstruiert und Schlösser ausgewechselt werden.

Ganz schön vielseitig…

Ja, mein Betrieb bietet sowohl Fensterbau als auch Restaurierungen und Möbelbau an. Da wird es nicht langweilig.

Liebste Holzart und warum?

Schwere Frage, denn jedes Holz hat seinen eigenen schönen Charakter. Tendenziell würde ich mich aber für Hartholz wie Nussbaum oder Eiche entscheiden. Für meine Salatschalen verwende ich außerdem wahnsinnig gerne gestocktes Holz oder solches mit Pilzbefall. Die schwarzen Linien, die dadurch entstehen, verleihen den Schalen etwas ganz Eigenes.

Gibt es ein absolutes No go beim Bearbeiten mit Holz?

Nein, eigentlich nicht. Wichtig ist, dass man auf die Feuchtigkeit im Holz achtet. Man muss einkalkulieren, dass es sich durch Temperatur und Raumfeuchte noch verändern kann. Bei einem Tisch aus Massivholz beispielsweise müssen die Beine so angebracht werden, dass sich das Holz später noch bewegen kann. Ansonsten kann die Platte reißen. Mit Massivholz zu arbeiten ist auf jeden Fall am Schönsten.

Was war dein Highlight bis jetzt?

Mein Gesellenstück. Die Campingküche habe ich komplett alleine entworfen und konstruiert. Jedes Detail war durchdacht, alles selbst gebaut. Das ist jetzt im Alltag anders. Meistens planen die Chefs und wir Gesellen setzen dann um. Das ist ebenfalls spannend, weil man sich auch hier einiges einfallen lassen muss, aber es ist nicht dasselbe.

Also zieht es dich in die Selbstständigkeit?

Wenn sich das irgendwann ergeben würde, wäre das natürlich genial. Mein erster Schritt dorthin ist die Meisterschule für Holz und Gestaltung in Garmisch.


Andrea Lexhaller | 19. Februar 2021


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