Art déco, Landhaus, Vintage, modern, klassisch – Raumausstatter kennen die verschiedensten Einrichtungsstile. Manchmal wird auch gemixt. Dann wird es besonders interessant, weiß Carolin.

Wer träumt nicht vom perfekt eingerichteten und durchgestylten Zimmer? Wände, Möbel, Kissen, Bettwäsche und Accessoires geschmackvoll aufeinander abgestimmt. Dafür müsste man wohl Innenarchitekt sein oder Raumausstatter. In beiden Berufen braucht es ein besonderes Händchen für Gestaltung. Und es braucht einen Blick dafür, was zusammenpasst.

Natürlich gibt es Trends. In diesem Jahr feiern beispielsweise die goldenen 20er Jahre ein Comeback. Das sagen zumindest die einschlägigen Zeitschriften. Dabei verleihen Materialien wie Marmor, Samt, Seide, Brokat, Spitze oder Perlen den Zimmern einen Hauch von Luxus. Ein weiterer Wohntrend sind Eiscremetöne. Von Pistazie über Aprikose, Vanille, Zitrone oder Mango bis hin zu Erdbeere ist alles erlaubt. Aber auch Naturmaterialien wie Holz, Baumwolle, Leinen und Rattan sind gern gesehen. Farben wie Beige, Khaki, Camel oder Braun bieten einen angenehmen Ruhepol in der Hektik des Alltags.

Raumausstatter nähen, polstern, dekorieren

„Schön ist es, wenn ein Raum als Ganzes ein bestimmtes Bild ergibt“, erklärt Carolin. Sie ist Raumausstatterin bei der Wagner Möbel Manufaktur in Mindelheim. Dort arbeitet sie eng mit den Designern des Betriebs zusammen. Diese planen die Räume für die Kunden. Im Moment schneidert Carolin die Vorhänge für eine große Villa. Das ist ein toller Auftrag, der sie und ihre Kollegen fünf bis sechs Wochen in Anspruch nimmt. Denn neben dem Nähen polstert sie diesmal auch recht ungewöhnliche Objekte. Zum einen ist da ein Medizinball, der mit Leder überzogen werden soll. Zum anderen eine große Hantel aus rotem Samt. „So etwas hat man nicht jeden Tag“, schmunzelt Carolin.

Nähen und polstern zählen bei ihr zu den wichtigsten Tätigkeiten. Dazu kommen Wand- und Deckendekorationen. Statement-Wände sind zum Beispiel gerade sehr in. Dabei werden einzelne Wände mit spektakulären Tapeten in Blumenmustern, Animal Print oder Streifen beklebt. Et voilá: Fertig ist der Raum-Hingucker! Auch wenn ein Boden besonders aussehen soll, kommt der Raumausstatter ins Spiel. Er entwirft Designverlegungen und überlegt sich, welches Material dafür in Frage kommt.

Carolin mag Landhausstil mit modernen Elementen

Carolin mag an ihrem Beruf besonders das Kreative und die Abwechslung. „Immer wieder muss ich neu nachdenken, wie ich einen Kundenwunsch oder eine Vorgabe des Designers umsetzen kann. Das ist super“, schwärmt sie. Sie liebt es, wenn nach einer Woche des Herumbastelns aus einem mageren Holzgerüst ein üppiger Ohrensessel geworden ist. Obwohl die Geschmäcker der Kunden sehr unterschiedlich sind, genießt sie es, immer mit schönen Dingen zu tun zu haben. Ihr Arbeitgeber ist für seine exquisiten Raumentwürfe bekannt. Diese finden auch international Anklang. Carolin erinnert sich an die Ausstattung eines Hotels in England oder die eines exklusiven Privathauses am italienisch-schweizerischen Lago Maggiore.

Fragt man sie nach ihrem persönlichen Einrichtungsstil, dann findet Carolin eine Mischung aus Landhaus und modernen Elementen cool. Ihr eigenes Zimmer ist schlicht in Grau und Weiß gehalten. Dadurch ist sie flexibel. Im Moment steht sie auf bunte Kissen als Hingucker.

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