Wer bei den WorldSkills – der Berufs-Weltmeisterschaft – mitmacht, gehört zu den Besten. Er oder sie muss fachlich top sein und den unbedingten Willen haben zu gewinnen. Trainiert wird fast wie bei den Sportprofis.

Alle zwei Jahre treten junge Fachkräfte aus allen Teilen der Welt zu einem internationalen Wettbewerb an. Bei den WorldSkills messen sie ihre Fertigkeiten in den einzelnen Berufen. Im Oktober 2017 fanden sie in Abu Dhabi statt. Wer ausgewählt wird, das entscheiden Berufsexperten des WorldSkills Germany e.V. Oft sprechen sie Gewinner aus den Leistungswettbewerben der Handwerksjugend an. Oder junge Menschen, die bereits Deutsche Meister in ihrem Beruf geworden sind. Wie die beiden Betonbauer Timo Schön und Medin Murati. Sie hatten schon bewiesen, dass sie richtig gut sind und auch im Wettbewerb die Nerven behalten. „Wichtig ist, dass man sehr exakt und schnell arbeiten kann. Und sich von den anderen Teilnehmern nicht ablenken lässt“, beschreibt Stephan Paschke vom Orga-Team des WorldSkills Germany e.V. „Dazu muss man mental sehr stark sein.“

Viel, viel Training für die WorldSkills

Das Training vor einem solchen Event ist nicht ohne. Da braucht es viel Durchhaltevermögen und ein Umfeld, das einen trägt. „Vom Betrieb über die Eltern, den Partner und die Freunde, alle müssen voll hinter dem Teilnehmer oder der Teilnehmerin stehen“, weiß Stephan Paschke. „Schnell kommen 500 Stunden Training im Jahr zusammen“, hat Peter Habich ausgerechnet. Er hat in diesem Jahr und 2015 als Bundestrainer die Modellbauer fit gemacht. Meistens üben sich die angehenden Champions in Blöcken von mehreren Wochen. Dazu müssen sie manchmal weit reisen. Kosmetikerin Johanna Volz zum Beispiel düste einmal im Monat von dem kleinen Ort Lichtenau in Bayern nach Hamburg zu ihrer Bundestrainerin. Oder man fährt, wie der Schützling von Peter Habich, mit seinem Trainer zum Üben mal eben von Mammendorf etwa 100 Kilometer in die Berufsschule nach Wasserburg. „Dort gab es eine Spezialmaschine für den Modellbau wie sie später bei den WorldSkills in Abu Dhabi verwendet wurde“, erklärt er.

Manche Teilnehmer machen vorher auch schon bei kleineren Wettkämpfen im Ausland mit. Damit sie nicht total ins kalte Wasser springen müssen, wenn sie zur Weltmeisterschaft in einem fremden Land antreten. „Das ist dann so wie ein Freundschaftsspiel der Fußballnationalmannschaft“, schmunzelt Stephan Paschke. „Man kann sein Englisch üben und testen, wie man mit anderen Gegebenheiten als den heimischen zurechtkommt.“

Profi-Tipps gegen die Aufregung

Natürlich kommen während der Vorbereitung schon auch mal Selbstzweifel auf: Wird man den Anforderungen gewachsen sein? Wird das Können ausreichen? Peter Habichs Beruhigungsmantra lautet dann: „Keine Bange, die anderen kochen auch nur mit Wasser!“ In diesem Jahr haben die Trainer außerdem Unterstützung erhalten. Spezielle Mentalcoaches haben den Teilnehmern der Worldskills Kniffe gezeigt, wie sie sich konzentrieren oder ihre Aufregung im Zaum halten können. Die Welle der Begeisterung, die schließlich alle getragen hat, kam dann jedoch vor allem durch eines: das Zusammentreffen aller deutschen WorldSkills-Teilnehmer einige Wochen vor dem Wettkampf. „Was da an Euphorie entstanden ist, Wahnsinn!“, schwärmt Stephan Paschke, der mit dabei war. Alle wollten am Ende nur noch so schnell wie möglich nach Abu Dhabi und zeigen, was sie können.

Die Teilnehmer der WorldSkills haben ihren Traumberuf gefunden. Deswegen sind sie so erfolgreich. Schaut doch mal in den Berufe-Checker. Vielleicht findet Ihr dort genau den Beruf für Euch.