Fully, Hardtail, All-Mountain oder gar Enduro?  Emil kennt sich mit den verschiedenen Mountainbike-Modellen bestens aus. Er ist Zweiradmechatroniker und sitzt in seiner Freizeit selbst gern im Sattel.

In der Werkstatt von Egger-Radl in Waldkirchen gibt es immer viel zu tun. Emil und seine Kollegen wechseln Schläuche, ziehen Bremsen und Speichen nach, reinigen Ritzel und Ketten, stellen Gangschaltungen neu ein. Dazu kommen Reparaturen an E-Bikes. „Die sind meistens aufwendiger“, berichtet Emil. Oft muss der Motor aus- und wieder eingebaut werden. Dann heißt es sämtliche Kabel neu zu verlegen. „Ein ganz schönes Gepfriemel manchmal“, grinst Emil. Das macht ihm nichts aus. Er freut sich, wenn die Räder wieder rund und leicht laufen und seine Kunden übers ganze Gesicht strahlen.

Gelände, befestigter Waldweg oder Schotter?

In seinem Beruf als Zweiradmechatroniker gibt es noch mehr Abwechslung. Neben der Werkstatt hat Emil dann im Verkauf mit den verschiedensten Kunden zu tun: Senioren, Kinder, Hobbyradler und Rennbiker mit hohen Ansprüchen suchen seinen Rat. Da fällt mir ein: Ich möchte wissen, welches Mountainbike das richtige für mich wäre. „Es kommt darauf an, wo du hauptsächlich fährst“, klärt mich Emil auf. Beim Fully (Full-Suspension-Bike) zum Beispiel sind Vorder- und Hinterrad gedämpft. Damit ist es mega bequem. Schläge, Absätze und Wurzeln werden easy abgefangen. „Mit so einem Bike bist du bestens ausgerüstet, wenn du ins Gelände willst“, sagt Emil. Das Hardtail dagegen hat nur eine gedämpfte Vordergabel. Das reicht für befestigte Waldwege oder Schotter. Auch ein All-Mountain käme für mich in Frage, wäre aber schwerer als ein Hardtail. Dann müsste ich mich noch entscheiden, ob es ein Rahmen aus Aluminium oder Carbon sein soll. „Räder bis 1500 Euro sind in der Regel aus Aluminium, alles darüber aus Carbon“, beschreibt Emil die Faustregel.

Experte auf Augenhöhe

Marathon-, Crosscountry, Enduro oder Freeride-Bikes – diese super Sportbikes überlasse ich lieber den Fahrradcracks. So wie Emil selbst einer ist. Bereits mit fünf Jahren hat er an ersten Rennen teilgenommen. Bis vor kurzem ist er zehn bis 15 Rennen im Jahr gefahren bis hinauf in die Bayernliga, sowohl Mountainbike als auch Rennrad. Das ist jetzt weniger geworden. Allerdings steigt er immer noch zwei bis drei Mal in der Woche aufs Rad. „Gerne schon in der Früh vor der Arbeit“, lacht er. Sein Hobby verschafft ihm in seinem Beruf einen großen Vorteil. Emil weiß, wovon er spricht und begegnet selbst routinierten Fahrern auf Augenhöhe. Bei seiner Gesellenprüfung 2019 war er der einzige, der genügend Punkte hatte, um am bayerischen Leistungswettbewerb teilnehmen zu dürfen. Im August geht es für ihn nach Frankfurt, dort startet sein Meisterkurs.

Bist du selbst ein Fahrrad-Crack und möchtest Hobby und Beruf verbinden? Dann schau doch mal in die Berufe-Wiki. Dort findest du viele Infos zum Beruf des Zweiradmechatronikers.