Bei der Arbeit als Beton- und Stahlbetonbauer muss man groß denken können. Denn Beton gibt im Zusammenspiel mit Stahl selbst den höchsten Gebäuden Halt. Dafür braucht es eine gute Vorstellungskraft und viel Power.

So eine glatte, graue Betonwand ist etwas Perfektes. Etwas, das Jahrzehnte überdauert. Kein Wolkenkratzer kommt ohne diesen Baustoff aus, kein Staudamm, kein Stadion, kein Tunnel. Faszinierend! Dabei besteht Beton nur aus Wasser, Zement und grober oder feiner Gesteinskörnung. Sein Vorteil: Er kann in verschiedene Formen gegossen werden. Auch Rundungen sind möglich. Die Formgebung passiert teilweise im Fertigteilwerk, aber auch direkt vor Ort auf der Baustelle. Dafür werden stabile Schalungen aus Holz gebaut. „Das ist die Hauptaufgabe eines Beton- und Stahlbetonbauers“, erklärt Tobi.

Moderne Vermessungsgeräte

Die Holzteile müssen zunächst auf die richtige Länge gesägt werden. „Die Kreissäge ist ein ziemlich wichtiges Gerät“, bestätigt Tobi. Die zugeschnittenen Elemente werden anschließend mit Bolzen verbunden oder verschraubt. Damit der Abstand zwischen den Schalungswänden immer gleich ist, werden Abstandshalter zwischengespannt. „Die Schalungswände sind meistens schon so stabil, dass es fast keinen Beton mehr bräuchte“, grinst Tobi. Er muss sehr exakt arbeiten, damit der ausgehärtete Beton später genau die Form hat, die benötigt wird. Dabei helfen ihm moderne Vermessungsgeräte, zum Beispiel der Tachymeter. Für zusätzliche Stabilität in Betonwänden und -decken sorgen die eingelegten Stahlbewehrungen.

Beton- und Stahlbetonbauer: „Unfassbar eindrucksvoll“

Tobi hat sehr viel an Brücken mitgebaut. Sein absolutes Highlight war eine Brücke an einer Bahntrasse, die in nur einer Nacht unter das Gleis geschoben wurde. „Unfassbar eindrucksvoll. Das kann sich keiner vorstellen, da muss man einfach dabei gewesen sein“, sagt er nach wie vor begeistert. Ihn hat vor allem gepackt, dass er an etwas Großem mitarbeiten kann. Das handwerkliche Arbeiten im Freien lernte er ebenfalls schnell zu schätzen. Das ist auch in den kalten Monaten gut machbar, denn dann stehen ohnehin eher Hochbauarbeiten an. „Wir haben zum Beispiel eine alte Scheune in ein Fitnesscenter umgebaut“, erzählt er. Oder an der Instandsetzung der alten Komödie in Augsburg mitgearbeitet. Viele coole Projekte der Firma Assner sind übrigens auf dem Instagram-Profil des Betriebs zu finden.

Beton- und Stahlbetonbauer
Foto: Handwerkskammer für München und Oberbayern

Lehre statt Studium

Ursprünglich wollte Tobi nach Quali, Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann und Fachabitur an der BOS Bauingenieurwesen studieren. Dafür musste er ein Grundpraktikum absolvieren, das ihn zur Firma Assner in Landsberg brachte. Nach zwei Semestern entschied er sich dann, den Beruf des Beton- und Stahlbetonbauers von der Pike auf zu lernen. Er hängte das Studium an den Nagel. Dass das die richtige Entscheidung war, zeigte sich beim bayerischen Leistungswettbewerb. Dort holte er 2019 den zweiten Platz. Inzwischen hat Tobi eine Fortbildung zum Bautechniker begonnen. Dafür gibt es eine spezielle Schule, die er nun zwei Jahre besuchen wird. Danach möchte er wieder bei der Firma Assner arbeiten. Als was, wird sich zeigen. Eines ist jedoch klar: Tobi kann sich inzwischen sehr gut vorstellen, dass er das handwerkliche Arbeiten einem Bürojob vorzieht. Vielleicht kann er auch beides miteinander verbinden. Das wäre natürlich perfekt.

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