Lara ist Mitglied der Nationalmannschaft des deutschen Metzgerhandwerks. Dorthin gelangen nur die Besten. Genau richtig für die Metzgermeisterin, denn sie brennt für ihren Beruf. Als Botschafterin will sie auch andere dafür begeistern.

Lara ist im unterfränkischen Krombach aufgewachsen. Das Metzger-Gen ist ihr quasi in die Wiege gelegt worden, denn bereits ihre Eltern hatten eine eigene Metzgerei. Dort hat sie von Kindesbeinen an mitgeholfen. Seit Mai ist sie in der deutschen Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks. Was für eine Ehre! Aber nicht erstaunlich: Lara war Innungsbeste, Kammersiegerin von Unterfranken und Siegerin im Landesentscheid. Sie hat zuerst Metzgereifachverkäuferin gelernt und dann noch die Ausbildung zur Metzgerin drangehängt. Inzwischen ist sie sogar Meisterin, obwohl sie erst 21 Jahre alt ist. Wir haben sie interviewt.

Lara, was ist deine Spezialität?

Eindeutig der bayerische Leberkäs. Das Rezept stammt von meinem Vater, der leider schon verstorben ist. Wenn die Kollegen wissen, dass der auf meiner Produktionsliste steht, muss ich immer 20 Kilo mehr machen. Dabei kommen nur die üblichen Zutaten rein, die einen guten Leberkäs ausmachen: Schweinefleisch, Speck, Wasser, Salz und Gewürze. Das Besondere ist übrigens, dass in den bayerischen Leberkäs traditionell keine Leber kommt – trotz des Namens! Eigentlich ist es eher ein Fleischkäs. Mit dem Kutter wird alles zu einer feinen Masse verarbeitet.

Woher kommt der Unterschied?

Wahrscheinlich macht es die Würzmischung aus. Ich verwende nur natürliche Gewürze und schaue, dass die Masse schön g’schmackig wird.

Als Metzgermeisterin hast du auch das Schlachten gelernt. Macht dir das nichts aus?

Nein. Das gehört dazu. Mir ist es wichtig, dass ich den kompletten Prozess kontrollieren kann. Nur wenn ich selbst beim Schlachten dabei bin, weiß ich, ob die Tiere gesund sind und artgerecht gehalten wurden. Und ich kann garantieren, dass bei der Schlachtung kein Tier leiden muss.

Mitglieder der Nationalmannschaft sind als Botschafter für ihr Handwerk auf vielen Veranstaltungen unterwegs. Was erzählst du den Menschen?

Dass Fleisch ein hochwertiges Gut ist, das man wertschätzen und bewusst genießen muss. Schließlich wird Nachhaltigkeit immer wichtiger. Da darf es nicht mehr um Masse und billig, billig gehen. Fleisch ist ein wichtiges Nahrungsmittel. Man kann es super lecker auf die verschiedenste Weise zubereiten und viel Kreativität einbringen. Das fängt bei der Wurst an. Auch beim Schinken gibt es die unterschiedlichsten Varianten: mit Rauch, ohne Rauch, gekocht, roh, luftgetrocknet, mit Kräuter- oder Honigmantel. Perfekt experimentieren lässt es sich beim Fingerfood. Catering und Partyservice gehören schließlich auch zum Beruf.

Fleischermeisterin
Da war eine Meisterin am Werk. Foto: Schneider

Im nächsten Jahr stehen einige internationale Wettkämpfe an. Bist du mit dabei?

Ich hätte große Lust. Es nehmen aber immer nur ein bis zwei Teammitglieder an den Wettkämpfen teil. Dazu kommen jeweils ein bis zwei Ersatzleute, die ebenfalls am Training teilnehmen. Wer das sein wird, ist noch nicht entschieden. Wir übrigen fiebern auf jeden Fall mit und füttern die WhatsApp-Gruppe mit Ideen, Anregungen und Verbesserungsvorschlägen.

Möchtest du mehr darüber wissen, was den Beruf des Metzgers (in der Ausbildungsordnung heißt er Fleischer) ausmacht? In der Berufe-Wiki findest du viele Informationen.