Ramon hat schon immer gerne an Autos herumgeschraubt. Perfekt für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Er muss allerdings auch am Computer fit sein. Ohne Software funktioniert heute kein modernes Kfz mehr.

Ramons Arbeitstag bei Auto Eder in Kolbermoor beginnt morgens um 9 Uhr. Meistens ist er jedoch schon um halb neun da. „Das ist gemütlicher, ein Start ohne Hektik“, findet er. Von seinem Meister oder einem der Servicemitarbeiter erfährt er, was zu tun ist. Das können ein simpler Reifenwechsel sein oder eine turnusmäßige Inspektion. Vielleicht muss auch eine Frontscheibe ausgewechselt werden. Am kniffligsten sind Arbeiten am Motorblock. Da heißt es, die Konzentration auf ein Maximum hochfahren. „Am Motor kann man am meisten kaputtmachen“, bestätigt Ramon. Aber keine Angst. Bislang wurde noch kein Auszubildender alleine auf das Herz einer jeden Kraftmaschine losgelassen.

Fehlerdiagnose per Computer

Ramon schätzt, dass er den Laptop ungefähr genauso oft zur Hand nimmt wie den Schraubenschlüssel. „Beides macht ungefähr gleich viel aus“, beschreibt er. Den Laptop braucht er zur Fehlerdiagnose am Fahrzeug. So findet er heraus, was nicht funktioniert. Sechs Laptops gibt es in der Werkstatt. „Die Software ist umfangreich“, sagt er. „Aber das lernt man mit der Zeit.“ Erst im 2. Lehrjahr durfte er einfache Aufgaben wie das Fehlerauslesen- und löschen per Computer alleine übernehmen. Davor war immer ein Geselle mit dabei.

Kfz-Mechatroniker lernen ständig dazu

Die Teamarbeit ist es, was Ramon am meisten Spaß bereitet. „Wir sind alle gut drauf und haben eigentlich immer was zu lachen“, grinst er. Das hilft mega, wenn es eine besondere Herausforderung zu bewältigen gibt. Arbeiten am Fahrwerk zum Beispiel sind alleine kaum machbar. Dafür braucht es viel Kraft. Auf kollegialen Beistand konnte Ramon auch zählen, als er eine Antriebswelle reparieren sollte und ziemlich ins Schwitzen kam. „Wenn man weiß, wie es geht, ist das kein Problem. Wenn einem allerdings ein Fehler unterläuft, springt das Auto nicht mehr an“, erzählt er. Natürlich kommen immer wieder neue Modelle auf den Markt. Dann erhalten die Kfz-Mechatroniker in einer Werkstattversammlung eine Einweisung, was es zu beachten gibt. Das ist besonders wichtig bei den Elektrofahrzeugen. „Bei den Hochvoltbatterien muss man sehr aufpassen“, betont Ramon. Ist das Kfz vor der Reparatur nicht abgesichert, besteht Lebensgefahr.

Unbedingt ein Praktikum machen

Ramon ist fast schon ein alter Hase. Bald wird er seine Ausbildung beendet haben. Seine theoretische Gesellenprüfung hat er bereits hinter sich. Die praktische Prüfung steht im Januar 2021 an. Wenn alles glatt geht, wird er danach von seinem Betrieb übernommen. „Vorkenntnisse für den Beruf braucht man nicht“, sagt er. Interesse an Technik aber auf jeden Fall, das schon. Er empfiehlt, unbedingt ein Praktikum zu machen. „Manchmal stellt man sich die Dinge anders vor, als sie im Alltag tatsächlich sind“, sagt er. Er selbst hätte zum Beispiel nicht gedacht, wie hektisch es als Kfz-Mechatroniker werden kann. „Wenn der Kunde draußen wartet, man aber den Fehler nicht findet, da kommt man schon mal ins Rotieren“, schmunzelt er. Aber das ist dann halt die Challenge. Und die mag Ramon.

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